Magdeburg/Melbourne (Florida) l Während hierzulande Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen und Glühwein sowie Spekulatius für Adventsstimmung sorgen, kommen die Kanu-Asse des SCM im ersten Wärme-Trainingslager der olympischen Saison so richtig ins Schwitzen. Da Kanuten bekanntlich im Winter gemacht werden, sprich Kilometer schrubben müssen ohne Ende, war eine Flucht ins warme Florida angesagt.

Und so haben Michael Müller, Erik Leue, Jasmin Fritz und Nina Krankemann zusammen mit Trainer Eckhard Leue an der nordamerikanischen Atlantikküste ihre „Zelte“ aufgeschlagen. Daheim geblieben ist als einziger Yul Oeltze. Der Polizeimeisteranwärter muss erst noch eine Zwischenprüfung bestehen, ehe er Ende der Woche hinterher reist.

Zwar macht Florida in diesen Tagen seinem Beinamen „Sunshine State“ nicht unbedingt alle Ehre, „aber auch wenn es windig ist und ab und zu regnet, mit Temperaturen um die 20 Grad ist es immer noch recht angenehm,“ weiß Michael Müller die Annehmlichkeiten bis zur Abreise am 10.  Dezember zu schätzen. „Soweit sind alle gesund“, erklärt der Canadierfahrer zur „Halbzeit“ des Trainingslagers. „Klar, sind alle ein bisschen kaputt vom Training, aber die Stimmung ist auch super.“

Für alle vor Ort, darunter auch Weltmeister Sebastian Brendel sowie die Canadier-Kollegen Stefan Kiraj und Erik Rebstock, sei Rio „das Thema Nummer eins“, erklärt Müller, der bei der WM in Mailand zusammen mit seinem C-2-Partner Peter Kretschmer die Olympia-Qualifikation verpasst hatte. Somit werden die Karten noch einmal völlig neu gemischt und der Kampf um einen der begehrten zwei Plätze im olympischen C 2 über 1000 Meter, der beim Qualifikationsrennen im Mai 2016 das Olympia-Ticket nachlösen kann, ist mit dem Florida-Camp eröffnet.

„Von allen, die hier sind, könnte jeder den Sprung ins Boot schaffen“, glaubt Müller. Wer mit wem den Versuch wagt, stehe noch nicht fest. Ernst wird es erst im Februar an gleicher Stelle. „Zu dem C-2-Lehrgang nimmt der Bundestrainer vier Rechts- und vier Links-Paddler nach Florida mit“, schaut Müller voraus. „Spätestens dann sollte feststehen, wer mit wem fahren will. Beim Durchtesten aller Varianten wird man ja sehen, was am besten läuft.“