Magdeburg l Nina Krankemann freut sich auf ihren Urlaub. Sie hat zwar noch kein Ziel gebucht – allenfalls in Gedanken. Aber der Entspannung sehnt sie sich entgegen. Irgendwann im September 2019. In diesem Jahr muss sie wie auch Teamgefährtin Jasmin Fritz auf eine längere Auszeit noch verzichten. „Wir haben in den nächsten sechs Monaten den letzten Ausbildungsabschnitt bei der Bundespolizei“, berichtete die 23-jährige Kanutin vom SCM.

Direkt nach den deutschen Meisterschaften, die am heutigen Donnerstag in Hamburg-Allermöhle mit den Vorläufen starten, reisen sie ins brandenburgische Kienbaum und lassen sich täglich zehn Stunden ausbilden. Aber wie gestaltet sich das Training in den nächsten Wochen? Für die erneute Qualifikation fürs Nationalteam, für den Start bei der Weltmeisterschaft 2019 in Szeged (Ungarn)? „Der Tag bräuchte mehr als 24 Stunden“, erklärte Krankemann lächelnd.

Ab Oktober reduzieren sich allerdings die Schulstunden. Und im November wollen die beiden Damen zwei Wochen mit ins Trainingslager nach Indian Harbour Beach, eine Stunde von Orlando (Florida/USA) entfernt, reisen.

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Saison mit Bravour gemeistert

Krankemann kehrt als Europameisterin von Belgrad (Serbien) und WM-Vierte in Montemor-o-Velho (Portugal) im Kajak-Einer über 1000 Meter in die Ausbildung zurück. Fritz hat im K2 über 500 Meter bei beiden Titelkämpfen je Bronze gewonnen. „In dieser Saison war es das Ziel, sich in dem Kreis der Weltspitze zu etablieren, diese Aufgabe haben beide mit Bravour gemeistert“, lobte Eckhard Leue, der Trainer der beiden Magdeburgerinnen.

Leue hat trotzdem Reserven ausgemacht. „Beide haben am Start noch ein riesiges Potenzial“, bestätigte der Coach, wenngleich er nicht der Freund davon ist, nur Schwächen auszumerzen. Leue will „Stärken ausbauen“. Und die hat er bei Fritz auf den letzten 50 Metern im WM-Finale beobachtet, „als sie und Steffi Kriegerstein sich den dritten Platz holten“.

Beide haben noch Luft nach oben, meinte Krankemann, die im nächsten Jahr aus Szeged eine Medaille mitnehmen möchte. „Sie hat in Portugal allein gegen Windmühlen gekämpft“, erklärte Leue zu ihrem vierten Platz und den Bedingungen im High Performance Centre. „Bei fairen Bedingungen hätte sie auch eine Medaille gewonnen“, ist sich Leue sicher.

Fritz hat nun WM-Bronze, mehr ging diesmal nicht. Mit den Weltmeisterinnen Anna Kárasz/Danuta Kozák aus Ungarn und den Zweiten Lisa Carrington/Caitlin Ryan (Neuseeland) lagen zwei Teams vor ihnen, „die zurzeit in der Welt unschlagbar sind“, so Fritz, die weiter an ihrer Schnellkraft arbeiten will. So ist es ihre Herausforderung, den Unantastbaren näher zu kommen. Womöglich mit neuem Paddel. „Ich werde ein neues ausprobieren“, sagte Fritz. Auch in der Hoffnung, künftig die ersten Schläge effektiver zu gestalten.

Zunächst aber geht es nach Hamburg zu den nationalen Titelkämpfen. Das ist nun alles andere als ein freundlicher Termin zum Saisonabschluss, nachdem die Höhepunkte längst vorüber sind. „Aber es ist wichtig für die Kinder, dass auch die Großen dabei sind“, sagte Krankemann. Als Vorbilder also, diese Rolle haben Fritz und Krankemann in dieser Saison außerdem eingenommen.