Kassel (jb) l Zwischen den Kasseler Bergen im Tal der Tränen: Anna Rüh musste bei den Titelkämpfen zwei Dämpfer hinnehmen: Die Olympiahoffnung vom SCM konnte ihre Chancen auf ein Rio-Ticket nicht nutzen. Im Diskuswurf, ihrer Hauptdisziplin, wurden 60,13 Meter im weitesten Versuch gemessen (Olympianorm 61,00/Saisonbestweite 64,08), dreimal landete die Scheibe mit voller Wucht im Netz – damit belegte Rüh nur Rang vier. Als neue Meisterin mit erstklassigen 65,79 Metern kann indes Nadine Müller aus Halle für Rio planen. Julia Fischer (Berlin/63,9 4) und Shanice Craft (Mannheim/63,63) dürften ebenfalls „fix“ sein.

„Ich bin untröstlich“, ließ sich die in Tränen aufgelöste Rüh, im Vorjahr ebenfalls unglückliche Vierte, als erste Reaktion entlocken. Ihr Trainer Armin Lemme erklärte: „Anna wollte allen beweisen, dass der Wechsel zum SCM in der Olympiasaison kein Fehler war. Aber sie musste auch im Kampf um das Rio-Ticket und die EM volles Risiko gehen. Die Kunst besteht dann darin, trotz Drucks technisch sauber zu werfen. Das hat sie einfach nicht hinbekommen.“

Gestern starb auch das letzte Fünkchen Hoffnung. Im Kugelstoßen war Rang drei avisiert, doch es reichte mit 16,81 Metern nur zu Platz fünf. „Das ist so niederschmetternd. Rio kann ich vergessen, da die Mädels auf Rang eins bis drei alle bereits die Olympianorm haben. Ich glaube, ich war noch nie so enttäuscht wie in diesem Moment“, gestand die 23-Jährige.