Berlin l Robert Harting ist ins Finale der Europameisterschaften in Berlin eingezogen. Der 33-Jährige verfehlte am Dienstagvormittag die Qualifikationsweite von 64 Metern um 71 Zentimeter, doch das reichte letztlich um in den Endkampf der besten zwölf Hünen am Mittwoch (20.20 Uhr) einzuziehen. "Ich habe versucht, den Vorkampf ein wenig lockerer zu gestalten", sagte der Berliner, der sich in seinem Wohnzimmer von der großen Bühne verabschiedet. "Aber ich hoffe auch, dass ich mit den drei Würfen technische Defizite abbauen konnte. Im Finale muss ich aber mehr Risiko gehen."

Dagegen stand Daniel Jasinski die totale Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Der 29-Jährige vom TV Wattenscheid, Olympiadritter vor drei Jahren in Rio, brachte die Scheibe lediglich auf 60,10 Meter und musste bereits im Vorkampf die Segel streichen. "Ich glaube nicht, dass es die Nerven waren", sagte Jasinski, "ich kann es mir einfach nicht erklären."

Derweil machte Christoph Harting (28) die Bühne ebenfalls frei für seinen großen Bruder. Mit drei ungültigen Versuchen katapultierte sich der Olympiasieger ins Aus. Und wie Jasinski konnte es sich auch Harting nicht erklären. "Das ist völlig unerwartet, ein kleiner Schock", sagte indes sein Trainer Torsten Lönnfors.

Einen Endkampf mit drei deutschen Starterinnen wird es am Mittwoch (20.09 Uhr) im Kugelstoßen geben. Christina Schwanitz (LV Erzgebirge) setzte sich im Vorkampf mit 18,83 Metern souverän durch. Zweitbeste Deutsche wurde Alina Kenzel (Waiblingen) mit 17,46 Metern. Und auch Sara Gambetta vom SV Halle übertrag die geforderte Weite (17,00) um 23 Zentimeter. "So wie ich im Training zuletzt gestoßen habe, kann es auch im Finale richtig weitgehen - bis ran an die Bestleistung", sagte sie der Volksstimme. Ihr Bestwert steht bei 18,46 Metern.