Berlin l Sandra Perkovic hatte ihren Wecker zum fünften Versuch gestellt: Auf 67,62 Meter warf die Kroatin - Weltmeisterin, Olympiasiegerin - am Samstagabend den Diskus, nachdem sie in allen anderen Würfen an der 60-Meter-Marke allenfalls gekratzt hatte. Die 28-Jährige sicherte sich damit den Titel bei der Europameisterschaft in Berlin - ihren fünften bei einer EM seit Barcelona 2010.

Und bis zu Perkovic' Goldwurf lag Nadine Müller vom SV Halle noch auf Platz eins. Die 32-Jährige hatte die Scheibe im zweiten Versuch auf 63,00 Meter gebracht, das bedeutete für Müller Saisonbestleistung. Und es bedeutete für Müller die Silbermedaille - wie schon bei der EM 2012 in Helsinki. Nach einer schwierigen Saison mit Bandscheibenprobleme bejubelte Müller ihren zweiten Platz allerdings wie einen Sieg. Dritte wurde Shanice Craft (Mannheim) mit 62,46 Metern.

Eine große Show lieferte an jenem Abend vor zirka 50000 Zuschauern ein Hochspringer: Ohne Fehlversuch sprang Mateusz Przybylko direkt zum Titel. Der 25-Jährige gewann mit dem persönlichen Bestwert von 2,35 Metern vor Maksim Nedasekau (Weißrussland/2,33) und animierte die Zuschauer zum Jubelchor: "Oh wie ist das schön." Dann griff Przybylko noch den deutschen Rekord an: 2,37 Meter, gehalten von Carlo Thränhardt, bereits 34 Jahre alt. Doch 2,38 Meter waren für den Mann vom TSV Bayer Leverkusen dann doch noch eine kleine Nummer zu groß. Gefeiert wurde trotzdem. Mit Ehrenrunde.

Gold gab es auch im Weitsprung: Malaika Mhambo setzte sich mit 6,75 Metern aus ihrem dritten Versuch durch. Die 24-Jährige von der LG Kurpfalz gewann vor Marina Beky (Ukraine/6,73) und Shara Proctor (Grobritannien/6,70).