Kassel l Es kam, wie es kommen musste: Der „Kracher“ der zwei Tage im Auestadion war der Diskuswurf der Männer. Aber leider hatte der Autor des Krimis im Kampf um die Olympiatickets Robert Harting die Rolle des strahlenden Siegers und Martin Wierig die des tragischen „Verlierers“ zugeschrieben. Der 29-jährige Magdeburger wurde bei der „Mini-WM“, bei der sich ein spannender Vierkampf erst im letzten Versuch entschieden hatte, trotz passabler 64,51 Meter hinter Robert (68,04) und Christoph Harting (66,41/Berlin) sowie Daniel Jasinski (65,18/Wattenscheid) Vierter.

„Klar bin ich traurig, dass ausgerechnet ich von uns vier den Kürzeren gezogen habe. Ich wollte die Olympianorm von 65 Metern bestätigen. Ich ärgere mich, denn das war eigentlich auch drin. Nur war mein bester Versuch zu flach“, so Wierig, der mit Blick auf Rio nun auf Schützenhilfe des Siegers angewiesen ist: „Noch ist nichts verloren. Wenn Robert wirklich wie angekündigt auf die EM verzichtet, habe ich noch eine Chance. Bekomme ich sie, werde ich dort alles raushauen, um meinen Rio-Traum zu verwirklichen.“

Für das Glanzlicht des vom Winde verwehten ersten Tages, an dem die Magdeburger nach zwei vierten Plätzen durch Anna Rüh im Diskuswurf (siehe Text rechts) und Kugelstoßer Dennis Lewke (18,81 m) dicht am Podest vorbeigeschrammt waren, hatte Speerwerfer Thomas Röhler gesorgt. Der Weltjahresbeste aus Jena wurde seiner Favoritenrolle gerecht und gewann mit tollen 86,81 Meter vor dem Überraschungszweiten Julian Weber (Mainz/83,79). Vom Stadionsprecher wurde er zu einer Ehrenrunde „verdonnert“. Diese Kür bekomme er „gerade noch so hin“, konterte der Favorit auf Olympia-Gold.

Zudem ließ Stabhochspringerin Martina Strutz (Schwerin) mit 4,70 Meter alte Klasse aufblitzen. Souverän und mit ansprechenden Zeiten trotz starken Gegenwinds sicherten sich die Olympia-Hoffnungen Tatjana Pinto (Paderborn) über 100 Meter in 11,22 Sekunden und Hürdensprinterin Cindy Rohleder (Leipzig) in 12,86 Sekunden die Titel.

Aus Magdeburger Sicht durfte eigentlich nur David Wrobel strahlen, denn er steigerte seine Diskus-Bestleistung um 80 Zentimeter auf 63,51 Meter (Platz fünf). Thorben Brandt belegte Rang zwölf (54,94). Julius Lawnik wurde Neunter über 1500 Meter (3:45,95) und Johannes Motschmann Siebter über 3000 Meter Hindernis (9:01,75).