Erfurt l 18 Diskuswerfen wollten in Erfurt am späten Sonnabend-Nachmittag den deutschen Meister 2017 ermitteln - am Ende eines sich über 90 Minuten hinziehenden Wettkampfes bewies Martin Wierig Durchhaltevermögen. Dafür wurde der Magdeburger letztlich mit Silber belohnt. Im sechsten und letzten Wurf des 30-jährigen Hünen landete die Zwei-Kilo-Scheibe bei 64,29 Meter. Nur den London-Olympiasieger Robert Harting hatte noch mehr drauf: Der Berliner siegte mit 65,65 Meter. Das bedeutete für ihn den zehnten Meistertitel. Sein Bruder Christoph ging als Vierter leer aus (62,51m). Die Magdeburger David Wrobel (60,85 m) und Torben Brandt (60,62) belegten die Plätze sechs und sieben.

 Für Wierig, der im vergangenen Jahr den undankbaren vierten Rang belegt und das Rio-Ticket verpasst hatte, war Silber Gold wert: "Ich bin ser zufrieden - mit dem Platz, aber auch mit der Weite. Der Wettkampf zog sich doch sehr lange hin. Da bin ich echt stolz auf mich, dass ich die Spannung halten konnte und meine beiden besten Würfe in den letzten zwei Versuchen hatte."

Lewke nur Fünfter

Kugelstoßer Dennis Lewke kam indes nicht über Rang fünf hinaus. Im Vorjahr Vierter, musste sich der 23-Jährige mit 19,02 Metern zufrieden geben. Seine Saisonbestleistung von 19,68 Metern hätten locker zu Silber gereicht. "So ein Sch... Ich bin total enttäuscht, ich hätte doch nicht gedacht, dass ich hier als Fünfter nach Hause gehen. Die Medaillen sind bei Weiten weg gegangen, die ich locker stoßen kann. Aber heute ging gar nichts, ich bin überhaupt nicht in den Wettkampf gekommen", haderte der Magdeburger mit seinem Auftritt. Den Titel sicherte sich in souveräner Manier David Storl. Der für Leipzig startende Sachse kratzte mit 20,98 Meter knapp an der 21-Meter-Marke. Und auch der frischgebackene Meister war unzufrieden: "Ich hätte gerne über 21 Meter gestoßen, aber ich hatte technisch ein paar Schwierigkeiten und konnte nicht umsetzen, was ich mir vorgenommen hatte."