Magdeburg l Läuft bei David Wrobel – oder, um in seinem Metier Diskuswurf zu bleiben – der 25-Jährige hat den Dreh wieder raus. Pünktlich zu den deutschen Meisterschaften am vergangenen Wochenende in Kassel war der Magdeburger in Top-Form. Sein sechster und letzter Versuch ging auf 63,51 Meter. Damit steigerte er seine zwei Jahre alte Bestleistung gleich um 80 Zentimeter und wurde in einem Top-Starterfeld Fünfter. Der Jubel des SCM-Werfers kannte keine Grenzen: „Wie geil war das denn!? Der Wettkampf war der Hammer, ich habe jetzt noch eine Gänsehaut. Das war ja ein Niveau wie bei einem Diamond-League-Meeting, da konnte ich gar nicht anders, als auch den Wrobel auszupacken.“

Nur 48 Stunden später bestätigte der Schützling von Armin Lemme, dass die Leistung von Kassel keine Eintagsfliege war. Im schwedischen Umeå flog die Zwei-Kilo-Scheibe erneut über 63 Meter - mit genau 63,07 m belegte Wrobel Rang zwei hinter dem deutschen Dominator und frischgebackenen Meister Robert Harting (66,48). „Ich hoffe, das war noch nicht alles“, freut sich der Diskus-Hüne (1,95 Meter groß/130 Kilo schwer) schon auf den nächsten Wettkampf am Freitag in Zeulenroda. „Ich fühle mich im Moment top-fit, es macht einfach Spaß, zu werfen. Wir haben im Training noch einmal an ein paar Stellschrauben gedreht, und das scheint jetzt Früchte zu tragen“, so der Sportsoldat, der das Diskuswerfen seit sieben Jahren professionell betreibt und 2013 von Stuttgart nach Magdeburg wechselte.

Dass sein heimlicher Traum, sich für Olympia in Rio zu qualifizieren, an der hohen nationalen Leistungsdichte scheiterte, dieses Schicksal trägt er mit Fassung: „Ja klar, in fast jedem anderen Land wärst du mit 63,50 Metern in Rio dabei.“ Aber er sei ja auch erst 25 und das beste Diskusalter komme noch. „Mich spornt das hohe Niveau in Deutschland an, um irgendwann mal der Beste zu sein, denn dann mischst du auch international vorn mit“, so Wrobel, der das nächste Mal beim „Heimspiel“ in Schönebeck auf die geballte Diskus-Konkurrenz trifft. Der 11. SoleCup findet übrigens am 29. Juli statt und nicht, wie gestern irrtümlich berichtet, am 22. Juli.