Magdeburg l Wird es wieder eine Wette geben zwischen Mama und Sohn? Wenn ja, welchen Preis würden sie diesmal ausloben? Immerhin: Thomas Barthel startet am Wochenende über 60 Meter bei den Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften in der Arena Leipzig. Immerhin: Es geht nicht nur um Medaillen, es geht auch schon um die Position im Nationalkader in der Freiluftsaison: Elite, U 23 oder beides? Und immerhin: Der Sprinter vom SC Magdeburg hat die letzte Wette mit Mama Katrin ziemlich deutlich verloren.

Eine Revanche in der an beiden Tagen längst ausverkauften Halle mit 3700 Zuschauern wäre also fällig. Schon aufgrund der Bestzeit: Barthels Rekord steht bei 6,74 Sekunden. Gelaufen im Februar 2017. Und in Anbetracht des großen Vertrauens, das seine Mutter in ihren Sohn setzt.

Generalprobe teuer bezahlt

Anders ist die Wette vor der Generalprobe am vergangenen Sonnabend nicht zu werten: Thomas wurde beim 17. Schülersportfest, ebenfalls in Leipzig, Dritter in 6,86 Sekunden. Katrin Barthel hatte auf unter 6,80 Sekunden getippt. Und hätte dann auch die Rechnung für ein Abendessen bezahlt. Das bleibt nun am Sohn hängen: „Nach dieser Zeit wurde es teuer für mich“, sagte der 19-Jährige lächelnd.

Es wurde nicht etwa aufgrund eines schlechten Starts teuer, an seiner bislang größten Schwäche hat er im Trainingslager zuletzt auf Teneriffa konzentriert gearbeitet. „Der Start war sehr gut“, berichtete Barthel nämlich. „Nur im fliegenden Bereich war es schlecht.“ Mit anderen Worten: Er konnte das Tempo aus dem Startblock heraus nicht ins Ziel transportieren. So hat sich Barthel also Luft nach oben gelassen, wenn er am Sonnabend zum Vorlauf um 16.30 und womöglich zum Finale um 18.15 Uhr antritt.

Ein Konkurrent aus dem gemeldeten Feld der 40 Sprinter muss indes passen. Julian Reus, der Titelverteidiger und deutsche Rekordhalter (6,52), erklärte auf seiner Facebook-Seite: „Leider muss ich meine Teilnahme aufgrund einer Oberschenkelverletzung absagen.“ So ist für Kevin Kranz der Weg zum Titel frei: Mit 6,60 Sekunden ist der 20-Jährige der Saisonbeste. Damit hat er auch die Norm (6,63) für die Hallen-Europameisterschaft in Glasgow (1. bis 3. März) unterboten.

Tipp: 6,77 Sekunden

Nach Glasgow will auch Cindy Roleder vom SV Halle fahren. „Die EM ist natürlich geplant, ich bin ja die Titelverteidigerin“, hatte die 28-Jährige nach ihrem zweiten Platz beim Istaf Indoor im Januar in Berlin erklärt. 7,91 Sekunden war sie über die 60 Meter Hürden gesprintet. Geschlagen von der Jahresbesten Pamela Dutkiewicz (7,89). Beide blieben damit unter der Glasgow-Vorgabe (8,10).

Und in welcher Zeit wird Barthel in Leipzig sprinten? Barthel selbst will ein Feuerwerk zünden und seine Bestzeit jagen. Der Volksstimme-Reporter tippt: 6,77 Sekunden. Wie würden Sie wetten?

TV/Livestream: Sonnabend/Sonntag auf leichtathletik.de (13.15 - 18.45 Uhr); Sonntag bei Eurosport (19 Uhr).