Magdeburg l Ein bisschen schmunzeln musste Hardy Schadenberg bei seiner Antwort selbst. Die Frage, was denn sein persönliches Highlight dieser Crossfinals am Wochenende auf der Motocross-Strecke in Diesdorf gewesen ist, lächelte der Cheforganisator erst einmal weg: „Ich hatte so viel zu tun.“ Um dann aber doch ganz ernsthaft hinterherzuschieben: „Die Stimmung, die Atmosphäre unter den Fans – das war ganz klar mein Highlight.“

Fast 6000 Zuschauer sind dabei

Motocross-Veranstaltungen stehen ja grundsätzlich in dem Ruf, von einem überaus enthusiastischen, vor allem sehr friedlichen Publikum geprägt zu werden. Und anders war es auch am Wochenende im Kreuzgrund nicht. Knapp 6000 Zuschauer hatten sich zu den Crossfinals eingefunden.

19 regionale Serien am Start

Dahinter verbirgt sich das bundesweite Final-Wochenende der regionalen Motocross-Serien. Also auch eine Art Kräftemessen, in welcher Region der Republik die Top-Amateurfahrer zu Hause sind. Und am Ende setzte sich unter 19 teilnehmenden Serien das Team Sachsen mit 83 Punkten durch, gefolgt von Baden-Württemberg mit 97 und Mecklenburg-Vorpommern mit 98. Die acht Starter aus Sachsen-Anhalt kamen mit 156 Zählern auf Rang fünf.

Die größte Herausforderung für die Organisatoren war freilich das Wetter. Extreme Hitze und Trockenheit vertragen sich nicht unbedingt mit Motocross. „Unsere Clubmitglieder haben deshalb die Strecke bewässert“, erklärt Schadenberg.

Spannung in der MX1

Und so herrschten am Ende ordentliche Bedingungen für die 160 Teilnehmer. Für die standen in vier Klassen je zwei Wertungsläufe auf dem Programm. Am spannendsten ging es dabei in der Königsklasse MX1 zu. Ke­vin Winkle (Hes­sen-Thüringen) gewann den ersten Lauf knapp vor Danny Neubauer (Sachsen), kam aber in Lauf zwei nur auf Rang drei – hinter Marvin Dietermann (Hessen) und Neubauer. Trotzdem reichte es zum Klassensieg – mit einem Zähler Vorsprung.

Ebenfalls erfreulich: Luca Lier erreichte in der MX1 als Dritter das beste Resultat für das Team Sachsen-Anhalt und erfüllte damit auch seine eigenen Erwartungen. Dem „Crossmagazin“ hatte er im Vorfeld noch gesagt: „Mein Tempo in Magdeburg ist schon recht stark, außerdem würde ich als Lokalmatador mit allem anderen außerhalb der Top drei unzufrieden sein.“

Nur wenige Stürze

Eine weitere erfreuliche Bilanz des Rennwochenendes: Es gab nur vier heftigere Stürze. „Natürlich ist jeder Unfall schlimm“, ordnete Hardy Schadenberg ein. „Aber bei 160 Startern ist das vergleichsweise wenig.“

Magdeburg hat damit zum dritten Mal erfolgreich die Crossfinals ausgerichtet. Wann die Veranstaltung das nächste Mal kommt, kann Schadenberg noch nicht absehen. „Jetzt sind erst einmal die anderen Bundesländer dran“, sagt er lächelnd. Doch einer Sache darf er sich sicher sein: In der Szene scheint das Event gut angekommen zu sein. Jedenfalls dann, wenn man dem schmunzelnden Resümee des Fachblattes „Crossmagazin“ glauben darf. Das schrieb: „Wir können uns nicht so ganz entscheiden, ob wir das Wochenende in Mag­de­burg nun geil oder doch eher geil fan­den.“