Oschersleben l Ralph Bohnhorst mag den Rausch der Geschwindigkeit. Deshalb ist er im Spätsommer nach Bonneville (USA) gereist, um im Höchsttempo ein voll verkleidetes Motorrad mit Seitenwagen über einen ausgetrockneten Salzsee zu manövrieren. Auf 393 Kilometer pro Stunde hat es der Geschäftsführer der Motorsport Arena Oschersleben in dem wie ein U-Boot anmutenden und 600 PS starken Gefährt gebracht. „500 km/h wären noch ein Ziel“, sagt der 55-Jährige. Nächstes Jahr will er es erreichen. Dann schließt er das Kapitel Bonneville.

Ein anderes hat er indes wieder geöffnet: das Kapitel Deutsches Tourenwagen-Masters (DTM). Der Rechteinhaber an der Serie, die ITR, hat Bohnhorst eine Rückkehr auf die Rennstrecke im nächsten Jahr vorgeschlagen. Bohnhorst sieht damit eines seiner Saisonziele erreicht: Neben dem prognostizierten wirtschaftlichen Gewinn, neben zu erwartenden 400 000 Zuschauern, neben der vollen Auslastung der Strecke, erklärt er, „sind wir in der DTM wieder im Gespräch“. Und die DTM „ist immer noch die größte deutsche Motorsportserie“, betont Bohnhorst.

Es wäre eine Rückkehr nach vier Jahren Pause. Am 13. September 2015 hat Tom Blomqvist im BMW das letzte Rennen in Oschersleben gewonnen und Pascal Wehrlein im Mercedes sich den Gesamtsieg gesichert.

20 Jahre Motorsport Arena Oschersleben

Oschersleben (dh) l Am 25. Juli 2017 feierte die Motorsport Arena Oschersleben ihren 20. Geburstag. Pressesprecher Marcel Orban hat zu diesem Anlass 20 Geschichten aus 20 Jahre in einem Buch gesammelt - in Text, Bild und mit O-Tönen der Protagonisten.

  • Marcel Orban ist 32 Jahre und seit 2009 Sprecher der Arena. In neun Monaten hat er das Buch fertiggestellt. Foto: Daniel Hübner

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  • Nico Rosberg (mit Nummer 220), 2016 Formel-1-Weltmeister, kämpfte vor 17 Jahren in Oschersleben um die Kart-Europameisterschaft. Foto: Motorsport Arena

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  • Das Deutsche Tourenwagen-Masters (DTM) zog bis 2015 jährlich mehr als 60 000 Zuschauer nach Oschersleben. Nach zweijähriger Pause soll die Serie 2018 in die Arena zurückkehren. Foto: Hardy Gertz

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  • Am Anfang war das Gerüst: Beginn der Bauarbeiten war am 8. Juli 1996. 58 Millionen Euro wurden damals in die Arena investiert. Foto: Motorsport Arena

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  • Immer wieder gern gesehen: Ex-Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher (r.) drehte in der Arena auch auf dem Motorrad seine Runden - wie im Jahr 2006. Foto: Hardy Gertz

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  • Der Dauerbrenner: Seit dem Jahr der Eröffnung trägt die Motorsport Arena die German Speedweek für Motorradteams aus. Seit zwei Jahren geht es dort im Acht-Stunden-Lauf um WM-Punkte für die Langstrecken-Weltmeisterschaft. Foto: Motorsport Arena

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  • Ralph Bohnhorst ist  Mann der ersten Arena-Stunde und seit Oktober 2016 neben Stefan Wendt und Tino Flügel einer der drei Geschäftsführer. Das Trio folgte Thomas Voss, der wiederum die Geschäfte von Peter Rumpfkeil übernommen hatte. Foto: Daniel Hübner

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  • Der Gänsehautmoment: 2005 fuhr Alex Zanardi (2. v. r.) zu seinem ersten Sieg in der Touren-Wagen-Weltmeisterschaft seit seinem Comeback. Der Italiener, der 2001 bei einem Horrorunfall auf dem Lausitzring beide Beine verloren hatte, gewann in einem eigens für ihn umgebauten BMW. Foto: Hardy Gertz

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  • Mick Schumacher ist längst in die Fußstapfen seines Vaters Michael getreten. In der Arena fuhr er im vergangenen Jahr Rennen in der Formel 4. Foto: dpa

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Nur kein Minusgeschäft

Allerdings sind die Verhandlungen längst nicht abgeschlossen. Bohnhorst war erst am Donnerstag dieser Woche in der ITR-Zentrale in Stuttgart. Zu einer Einigung kam es nicht. „Es muss auch wirtschaftlich für uns passen“, begründet er. Die DTM ist für die veranstaltende Rennstrecke ein Schwarze-Null-Geschäft. Und Bohnhorst will daraus kein Minusgeschäft machen.

Nächste Woche gehen die Verhandlungen weiter. Spätestens im November sollen sie beendet sein, da die Arena traditionell bei der Motor Show in Essen ab 1. Dezember ihren Terminplan für die neue Saison vorstellt. Ein Termin ist bereits gebucht: der Auftakt zum ADAC GT Masters am letzten April-Wochenende. Ein Grund zur Freude für Bohnhorst: „Das GT Masters hat erheblich aufgeholt.“ Schon in diesem Jahr hatte sich auch in der Arena die Resonanz auf die Serie der Supersportwagen deutlich erhöht – trotz erhöhter Eintrittspreise. 25 000 Fans strömten in die Arena. „Damit hatte niemand gerechnet“, sagt Bohnhorst und zeigt zwei Vorteile der Serie auf: „Die Jungs sind zum Anfassen, die Fahrzeuge haben verschiedene Klänge.“ Und die Boliden sind robust genug, um nicht beim ersten Rempler von der Piste getragen zu werden.

So robust ist auch der Braunschweiger Bohnhorst im Verhandeln. Und bei allem Reiz, den die DTM noch hat: So schnell schreiben sich neue Kapitel mit dem Arena-Geschäftsführer nicht.