Oschersleben l Das Geräusch werden einige Oschersleber vermissen, andere vielleicht gar nicht. Ab dieser Woche wären die Motorenklänge aber wieder durch die Börde-Stadt gefegt, wie die PS-Maschinen über die Rennstrecke in der hiesigen Motorsport-Arena. Doch der offizielle Vorsaisontest des ADAC GT Masters, der von heute bis Mittwoch in Oschersleben stattfinden sollte, wurde aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. Denn der Saisonauftakt in der „Liga der Supersportwagen“, der traditionell auf der nördlichsten Rennstrecke Deutschlands stattfindet, wurde vom 24. bis 26. April auf den 23. bis 25. Oktober verschoben.

Doch was bedeutet das für Oschersleben? Zunächst einmal ist klar, dass die Motorsport-Arena nicht den Auftakt der Serie bildet, sondern – Stand jetzt – das Finale. Zuletzt war das auf der 3,667 Kilometer langen und bei Fahrern beliebten Strecke 2010 der Fall. Der neue Termin ist nach dem eigentlich letzten Rennen und Finale am Sachsenring Anfang Oktober angesetzt. Statt des ersten Punktesammelns nun also die heißeste Phase des Titelkampfes in der Magdeburger Börde? Das ist noch offen.

Nicht zwangsläufig das Finale

„Oschersleben ist jetzt erstmal das letzte Rennen im Plan. Aber das heißt nicht zwangsläufig, dass es auch das Finale ist. Wir gehen momentan viele Szenarien durch und es kann sein, dass es weitere Verschiebungen gibt“, teilte der ADAC auf Anfrage der Volksstimme mit. Auch der zweite und dritte Termin in Most/Tschechien (15. bis 17. Mai) und Spielberg/Österreich (5. bis 7. Juni) stehen vor einer Verschiebung.

Die Veranstalter der GT Masters planen derzeit komplett um. „Es wird eine relativ kompakte Saison, die voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte startet“, gibt der ADAC außerdem an. Aufgrund der Pandemie wurde „frühzeitig entschieden, einen neuen Termin für Oschersleben zu finden. Und dank der guten Zusammenarbeit mit der Motorsport Arena ist das auch zügig gelungen“, ist vom ADAC weiter zu hören.

In Oschersleben herrscht „Schockstarre“

Dennoch herrscht in der Motorsport-Arena gerade eine „Schockstarre“, sagte Jens Galkow, Leiter der Abteilung Marketing/Öffentlichkeitsarbeit. Kurzarbeit, etliche abgesagte Veranstaltungen oder einfach „tote Hose“, wie es Galkow beschrieb. Die Kontaktbeschränkungen treffen auch den Motorsport hart. Vor allem mit Blick auf das Rennen des ADAC GT Masters, der aus sportlicher Sicht wichtigsten Veranstaltung des Jahres. „Die Verschiebung betrifft alle Bereiche von Feldbau bis Catering und Hotelbuchung. Wir verlieren den kompletten Monatsumsatz“, sagte Galkow, der aber in der Krise auch positiv denkt: „Für uns ist es gut, dass die Veranstaltung nicht vollständig ausfällt.“

Und das gilt auch für die Sportler. Fahrer und Teams verdienen mit dem Motorsport ihren Lebensunterhalt, sind wirtschaftlich davon abhängig. „Somit geht die aktuelle Krise an den Teilnehmern nicht spurlos vorbei“, führt der ADAC-Sprecher weiter aus. „Doch wir sind im engen Austausch mit den Fahrern und bislang gibt es keine Absagen. Auch alle Sponsoren und Partner stehen uns noch zur Seite.“

Geisterrennen ein mögliches Szenario

Finanzielle Absicherung hätte auch die Motorsport-Arena Oschersleben gern, weshalb die Absage weiterer Veranstaltungen verhindert werden soll. Noch finden Motorsport-Highlights wie die Speedweek (4. bis 6. Juni), der Große Preis der Tourenwagen (26. bis 28. Juni) oder die Superbike-Weltmeisterschaft (31. Juli bis 2. August) wie geplant statt. „Wir hoffen, dass es dabei bleibt. Wie es dann mit Besuchern ist, ist nicht abzusehen“, so Galkow.

Für ihn ist ein ähnliches Szenario wie bei Geisterspielen im Mannschaftssport denkbar. Leere Ränge in der Motorsport- Arena? Nur schwer vorstellbar. Zumindest in der Stadt wären die Motorengeräusche dann aber wieder zu hören.