Magdeburg l Der Dezember hat es mit den Radprofis gut gemeint. Im obligatorischen Trainingslager auf Mallorca schien fast unentwegt die Sonne, und so konnte auch Robert Wagner bei milden Temperaturen zusammen mit seinen Trainingskollegen wie Giro-Etappensieger Roger Kluge (Cottbus/Team Orica) oder Bahn-Olympiateilnehmer Henning Bommel (Berlin) rund 2600 Kilometer abspulen. Nach einer Krafteinheit in Magdeburg am 2. Januar ging es Mitte der Woche zurück in seinen Wahlwohnsitz Kelmis in Belgien. Am Freitag reist der 33-Jährige mit seinem niederländischen Team Lotto-Jumbo weiter nach Adelaide in Australien. Dort steht mit der „Tour Down Under“ (17. bis 22. Januar) das erste World-Tour-Rennen der Saison im Kalender.

„Ich freue mich absolut über meine Berücksichtigung“, sagte Wagner, dem das Profil der Rundfahrt gar nicht so entgegenkommt. „Für viele im Peleton ist es die beste Rundfahrt des Jahres. Toll organisiert, klasse Hotels. Und dazu kann ich schon einen Wettkampf fahren, während die anderen noch Trainingskilometer schrubben müssen“, sagte Wagner.

Nach dem Wagner Ende September aufgrund einer Lungenentzündung zum vorzeitigen Saisonende gezwungen wurde, ist der ehemalige deutsche Meister inzwischen wieder gesund und voll im Soll. Und wenn das so bleibt, sollte seiner zweiten Tour-de-France-Teilnahme nichts entgegenstehen. „Ich fahre im Frühjahr wieder die Klassiker bis Paris-Roubaix. Und kann ich meinen Job wie 2016 machen, sollte mein Weg wieder zur Frankreich-Rundfaht gehen“, so Wagner, der in der vergangenen Saison wichtigster Helfer für den niederländischen Sprinter Dylan Groenewegen war und dem zu einem Dutzend Siege verhalf.

Nach der aufregenden Tour-Premiere 2016 und der Erfüllung seines Kindheitstraumes hält die 104. Frankreich-Rundfahrt (1. bis 23. Juli, 21 Etappen, 3516 Kilometer) neben dem Start in Düsseldorf ein besonders „Schmankerl“ für Wagner bereit. Die zweite Etappe führt am 2. Juli von Düsseldorf nach Lüttich – und geht in seinem belgischen Wahlwohnsitz Kelmis (bei Aachen) nur wenige Meter an seinem Haus vorbei.

„Mal anhalten und grüßen wird wohl schwierig, weil die Etappe zu diesem Zeitpunkt schon in die Endphase geht. Da ist dann nicht mehr viel Zeit für Späßchen“, so Wagner. Der sympathische Rad-Profi kann sich aber schon jetzt der Unterstützung durch seine belgischen Nachbarn sicher sein. Und auch Tochter Juli wird ganz sicher am Straßenrand winken. „Drei- bis viermal im Jahr ist sie bei Rennen dabei, und das ist dann für mich immer eine besondere Motivation“, sagte Wagner.