Tokio/Magdeburg l Der elektronische Übersetzer gehört in diesen Tagen ins Handgepäck von Franziska Hentke wie das Handy, das Zellstofftaschentuch, die Handcreme. Auf der einen Seite ist die 29-Jährige vom SC Magdeburg „unheimlich froh, hier sein zu dürfen“, sagte sie. Und hier ist in Tokio. Auf der anderen Seite „ist die Verständigung doch relativ schwer, da die meisten Japaner nicht allzu viel Englisch sprechen“. Auch ihre Trainingspartnerin Miyu Nakano nicht, die sie am Sonntag beim Kosuke Kitajima Cup über 200 Meter Schmetterling geschlagen hat.

Der Cup, benannt nach dem berühmten Brustschwimmer, der in Athen 2004 und Peking 2008 insgesamt vier olympische Goldmedaillen gewann, war zugleich Hentkes erster Wettbewerb der neuen Saison auf der langen Bahn. Am Sonnabend sicherte sie sich jeweils die Silbermedaille über 100 Meter Schmetterling (59,49 Sek.) und über 800 Meter Freistil, wo sie in 8:47,23 Minuten eine persönliche Bestzeit erzielte. „Insgesamt bin ich mit meinem Einstieg in die Langbahn-Saison sehr zufrieden“, erklärte Hentke der Volksstimme.

Insgesamt ja, über ihre Paradedistanz nicht ganz: „Ich wäre gern zwei Zehntelsekunden schneller geschwommen“, gestand die Vizeweltmeisterin. Nach 2:08,13 Minuten schlug sei an. Ihr deutscher Rekord steht bei 2:05,26 Minuten. „Am Mittwoch habe ich schon die nächste Chance, schneller zu schwimmen“, blickte der Schützling von Trainer Bernd Berkhahn voraus. Dann startet Franziska Hentke beim Tokyo Swimming Center Invitation.