Magdeburg l Franziska Hentke versetzte dem Wasser einen ordentlichen Peitschenhieb mit der rechten Faust, derart erleichtert war die 29-Jährige nach dem Zielanschlag am Sonnabend in der Elbehalle. Die Anzeigetafel liefert dann den Beweis, dass die Schwimmerin vom SC Magdeburg die WM-Norm über 200 Meter Schmetterling deutlich unterboten hatte: 2:07,16 Minuten standen dort Gelb auf Schwarz geschrieben.

Das ist zugleich die zweitbeste Zeit in der Weltjahresbestenliste, die von Hali Flickinger (USA/2:07,10) angeführt wird. „Eine hervorragende Zeit“, lobte Trainer Norbert Warnatzsch, der die SCM-Leistungsgruppe am Wochenende beim „Gothaer and friends“-Pokal betreute, „und wie ,Franzi‘ auf den letzten 50 Metern dagegengehalten hat, das war schon sehr gut.“

Riedemann gewinnt Pokalwertung

Die Weltmeisterschaften in Gwangju (Südkorea) im Juli können also kommen. Nicht nur für Hentke, auch für Sarah Köhler aus ihrer Trainingsgruppe und für Laura Riedemann. Köhler sicherte sich das Ticket über 1500 Meter Freistil in 16:08,43 Minuten, Riedemann über 100 Meter Rücken in 59,81 Sekunden. „Das hat sie super gemacht“, jubelte Heike Gabriel, Trainerin der 21-jährigen Hallenserin. Riedemann setzte sich auch in der Pokalwertung mit 911 Punkten für die beste Einzelleistung (in Relation zum Weltrekord/1000) durch.

Ganz so leicht schwammen die Damen allerdings nicht zur Norm. „Im Vorlauf bin ich die ersten 100 Meter etwas zu euphorisch angegangen“, berichtete Hentke. „Da waren die Beine dann fest.“ Sorge, die Vorgabe des Deutschen Schwimmverbandes (DSV/2:08,20) nicht zu schaffen, hatte sie aber nicht. „Ich war schon zuversichtlich, dass ich sie schaffen werde. Im Finale habe ich weniger über die Beine, sondern mehr über den Oberkörper gearbeitet.“ Und in Anbetracht mangelnder Erholung nach harten Trainingswochen war Hentke letztlich mit der Zeit sehr zufrieden.

Hauptsache: Norm

Das war auch Sarah Köhler. So ganz endgültig ist der Knoten bei der 24-Jährigen, die für die SG Frankfurt startet, noch nicht geplatzt. „Aber ich habe erst mal eine Norm, und das ist die Hauptsache“, sagte sie. Dabei „war bereits nach 600 Metern der Ofen eigentlich schon aus, da hätte ich auch aufhören können“, berichtete sie lachend. Gut, dass sie dann durchgezogen hat. „Die Zeit ist okay, mir fehlt noch die Erholung.“

Ihr Freund Florian Wellbrock hat indes eigene Vorgaben „nüchtern und unspektakulär“ erfüllt. Über 400 Meter Freistil siegte er in 3:49,64 Minuten, womit er den Pokal für die beste Einzelleistung (880) gewann. „Die Aufgabe war es, unter 3:50 zu schwimmen“, so der 21-Jährige, „deshalb bin ich zufrieden“.

Es folgen: Bergen und Stockholm

Den Wettbewerb hatte er eingestreut, um weiter am Grundtempo für die längeren Strecken zu arbeiten. An den nächsten beiden Wochenenden in Bergen (Nowegen) und Stockholm (Schweden) will er auch das WM-Ticket über 800 Meter Freistil lösen, Köhler indes über 400 und 800 Meter. „Da greifen wir wieder an“, blickte Coach Warnatzsch voraus.

Auch Lukas Märtens, der in der Elbehalle erneut eine beachtliche Leistung ablieferte: Mit 1:50,53 Minuten über 200 Meter Freistil knackte der 17-Jährige am Sonntag bereits die fünfte Norm für die Junioren-Europameisterschaften Anfang Juli in Kasan (Russland).