Zweiter Titel für Hentke

Franziska Hentke vom SC Magdeburg hat bei der deutschen Kurzbahn-Meisterschaft im Berliner Europa-Sportpark ihren zweiten Titel gewonnen. Einen Tag nach ihrem Goldrennen über die 200 Meter Schmetterling setzte sich die 29-Jährige am Freitag auch über die 400 Meter Lagen deutlich durch. Hentke gewann in 4:33,83 Minuten, ihre Bestzeit verpasste sie dabei um 2,17 Sekunden. Den neunten Platz in diesem Wettbewerb belegte Hentkes Teamgefährtin Pia-Sophie Berndt (16) in neuer Bestzeit von 4:46,49 Minuten.

„Ich wollte eigentlich schneller sein“, sagte Hentke, „aber auf der Bruststrecke lief es nicht gut.“ Dennoch stimmte sie letztlich das Ergebnis zufrieden. „ich bin die 400 Meter Lagen in den vergangenen Wochen konstant gut geschwommen“, resümierte sie. Ihre Bestzeit (4:31,66) hatte sie erst beim Weltcup im November in Tokio (Japan) aufgestellt.

Lukas Märtens ist indes nur knapp an einer Medaille vorbeigeschwommen. Über 200 Meter Rücken wurde er Vierter in neuer Bestzeit: 1:57,02 Minuten.

Eine Bestzeit gab es auch für Charlotte Blanke (SG Neukölln): Die 16-Jährige aus der SCM-Trainingsgruppe wurde in 2:00,21 Minuten Zwölfte über 200 Meter Freistil. In dieser Disziplin kraulte Marius Zobel zum Tagesabschluss zu Bronze in 1:45,16 Minuten – ebenfalls Bestzeit. (dh)

Hangzhou/Magdeburg l Sarah Köhler stützte sich auf dem Wellenbrecher. Ihren ungläubigen Blick richtete sie zur Anzeigetafel. 4:03,28 Minuten standen dort geschrieben nach dem Finale bei der Kurzbahn-Weltmeisterschaft am Freitag in Hangzhou (China) über die 400 Meter Freistil. Damit war sie langsamer als im Vorlauf, fast eine halbe Sekunde sogar. „Das ist sehr enttäuschend“, erklärte die 24-Jährige aus der Trainingsgruppe des SC Magdeburg. Auch ihr Ton traf dabei ihre Gefühlslage.

Noch am Morgen nach dem Vorlauf hatte sie gelacht. Die Frage nach ihrer Pausenbeschäftigung zwischen Vor- und Endlauf beantwortete sie mit: „Viel schlafen.“

Zu hohe Frequenz

Die Nacht zuvor war kurz. Vielleicht zu kurz. Bernd Berk-hahn, ihr Trainer, wusste zu berichten: „Sie hat sich schlapp gefühlt.“ Was im ersten Rennen zeitlich nicht zu spüren war. Das zweite allerdings „war nicht gut“, meinte Berkhahn. Zumindest nicht gut genug für eine schnellere Zeit. „Ich hatte mir definitiv mehr vorgenommen“, sagte Köhler, zumal sie über 800 Meter am Vortag einen deutschen Rekord (8:10,54) aufgestellt hatte.

So ist es womöglich auch ein schwacher Trost für Köhler, dass sie über die halbe Distanz schon mehr als eine Sekunde unter ihrem deutschen Rekord (3:59,12) hätte bleiben müssen, um aufs Podest zu schwimmen. Die Australierin Ariarne Titmus gewann das Rennen mit neuem Weltrekord in 3:53,42 Minuten vor 800-Meter-Weltmeisterin Jianjiahe Wang (+0,64 sek) und Bingjie Li (+3,07/beide China).

Berkhahn rätselte in seiner ersten Reaktion über die Renn-einteilung seines Schützlings. Köhler erklärte der Volksstimme: „Ich bin mit einer zu hohen Frequenz geschwommen und dann technisch auseinandergefallen.“ Die Technik ist das, woran die Frankfurterin seit drei Monaten in Magdeburg besonders hart arbeitet. Was über die lange Distanz am Donnerstag noch zu positiven Erkenntnissen führte, ließ sie nach dem Freitag-Finale enttäuscht zurück: „Ich kann die technischen Umstellungen noch nicht in jedem Rennen umsetzen“, sagte sie. „Es gibt viel zu tun. Aber bis zum Sommer sollte ich das mit meinem Trainer hinbekommen.“ Im Juli werden in Gwangju (Südkorea) die neuen WM-Helden auf der langen Bahn gesucht.

Zeit "nicht berauschend"

Dort will dann auch Aliena Schmidtke vom SCM starten. Bis dahin wartet auf die Masters-Studentin für Gesundheitsmanagement einiges an Arbeit unter ihrem neuen Coach Gregg Troy in Gainesville (Florida). Am Freitag belegte sie den achten Rang im Finale über 50 Meter Schmetterling. Es gewann die Niederländerin Ranomi Kromowidjojo in 24,47 Sekunden.

Schmidtke schlug indes nach 25,76 Sekunden an. „Die Zeit ist nicht berauschend“, erklärte die 26-Jährige ziemlich enttäuscht. Immerhin hält sie den deutschen Rekord über diese nichtolympische Distanz (25,49). Dabei „fand ich den Rennverlauf eigentlich gut“. Also auch die Wende und den Anschlag. „Vielleicht war ich aber etwas träge“, sagte Schmidtke. „Ich habe die Frequenzen noch nicht.“

Die kann sie bereits am heutigen Sonnabend wieder suchen, wenn sie über die 100 Meter Schmetterling an den Start geht. Den Vorlauf hat sie als Zehntschnellste in 57,23 Sekunden absolviert. Sarah Köhler erreichte mit der 4 x 200-Meter-Freistilstaffel das Finale. Im Endlauf geht für sie Laura Riedemann (Halle) an den Start.