Hangzhou/Magdeburg l In ihrem letzten Rennen bei der Kurzbahn-Weltmeisterschaft hat sich Aliena Schmidtke im deutschen Rekordbuch verewigt. Mit Laura Riedemann, Annika Bruhn und Jessica Steiger schlug die 26-Jährige vom SC Magdeburg mit 3:54,15 Minuten über 4x100 Meter Lagen zur nationalen Bestmarke an. Die Zeit bedeutete beim Sieg der US-Damen in 3:45,58 Minuten den sechsten Platz. Was wiederum zeigt: Bis zur Weltspitze ist es sowohl für die Staffeln als auch in den Einzeldiszipinen für den Deutschen Schwimmverband (DSV) noch ein weiter Weg.

Chefbundestrainer Henning Lambertz hat die Leistungen seiner 15 Athleten in Hangzhou (China) dennoch wohlwollend zur Kenntnis genommen. „Wir haben 18 Finals erreicht, sind neun deutsche Rekorde geschwommen und haben durch Marco Koch eine Bronzemedaille geholt, die natürlich alles überstrahlt“, sagte Lambertz, „das ist eine gute Bilanz.“ Man müsse zudem bedenken, „dass wir hier nicht in voller Stärke angetreten sind“, ergänzte der 48-Jährige. Immerhin fehlten mit Franziska Hentke und Florian Wellbrock auch zwei Top-athleten des SCM. „Dennoch haben auch die Einzelleistungen gezeigt, dass die Athleten sich weiterentwickeln und in kleinen Schritten sich der Weltspitze nähern“, resümierte Lambertz.

Konstante Köhler

Lobende Worte fand der Coach auch für Sarah Köhler, nach wie vor „eine Konstante in der oberen Klasse“. Köhler aus der SCM-Trainingsgruppe hat in Hangzhou ihren deutschen Rekord über 800 Meter Freistil (8:10,54) unterboten. In ihrem letzten Wettkampf am Sonnabend schwamm sie mit der 4x200-Meter-Freistilstaffel ins Finale, wurde dort aber durch die Hallenserin Laura Riedemann ersetzt, die im Endlauf mit Reva Foos, Marie Pietruschka und Annika Bruhn in 7:46,36 Minuten einen deutschen Rekord erzielte. Allerdings blieben auch diese vier Damen zehn Sekunden hinter einem Podestplatz zurück. Es gewann China (7:34,06).

Aliena Schmidtke indes hatte bei ihrem zweiten Einzelstart das Finale verpasst. Mit 57,27 Sekunden wurde sie über 100 Meter Schmetterling Zwölfte. Es gewann letztlich Kelsi Dahlia (USA) in 55,01 Sekunden.

Diesmal, so berichtete Schmidtke, waren es die schlechten Wenden, die ein besseres Ergebnis verhindert haben. „Damit ist man in jedem Fall raus“, sagte sie nach ihrem Halbfinal-Aus. Allerdings führte sie dies erneut auf ihre Vorbereitung zurück, in der „ich nur Ausdauer gemacht habe“. Technik und Wettkampftempo sollen sich nun unter ihrem neuen Trainer Gregg Troy in Florida entwickeln – um bei der Langbahn-WM im nächsten Juli in Gwangju (Südkorea) erfolgreich zu sein.