Magdeburg l Die Flüchtlingsströme nach Deutschland und damit auch nach Sachsen-Anhalt reißen nicht ab. Bis zu 40 000 Menschen werden allein in diesem Jahr erwartet. Für 2016 werden ähnliche Zahlen erwartet. Damit stehen auch die Sportvereine zwischen Altmark und Harz, zwischen Börde und Wittenberg sowie die Fachverbände vor neuen Herausforderungen.  „Wir schaffen das, brauchen dazu aber einen Rahmen“, sagte am Dienstag LSB-Chef Andreas Sibersack. Auf dem Weg ist bereits ein 3-Punkte-Plan.

Beim Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) stapeln sich für diese Jahreszeit ungewöhnlich viele Anträge auf eine Spielgenehmigung, beispielsweise von Flüchtlingen aus Syrien. „Wir sind sehr, sehr stark gefordert, zumal es ein kompliziertes Prozedere ist und wir an einen gewissen Rahmen gebunden sind“, erklärte am Dienstag Christian Reinhardt, FSA-Geschäftsführer.

Der Landessportbund will seinen rund 3200 angeschlossenen Vereinen im Land mit einem 3-Punkte-Plan helfen: Betreuungsangebote in den Zentralen Anlaufstellen (Zast), Unterstützung der Sportvereine vor Ort und Koordinierung sowie Qualifizierung von nachhaltiger Integrationsarbeit. „Wir wollen damit zeigen: Der Sport ist da, Sport kennt keine Grenzen, und der Sport lebt eine Willkommenskultur“, sagte Andreas Silbersack, Präsident des LSB.

Die Sportjugend des Kreissportbundes Harz ist bereits seit einiger Zeit in der Zast in Halberstadt im Einsatz. Mit eigens geschulten Freiwilligen soll es demnächst ähnliche Angebote in Magdeburg, Stendal und Halle geben, betonte Silbersack. Der LSB will seine Vereine auch finanziell unterstützen. Beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) wurden 45 000 Euro aus dem Programm „Willkommen im Sport“ eingeworben, das an bis zu 14 Vereine gehen soll. „Vor allem Schwimmkurse stehen hoch im Kurs“, sagte Lutz Bengsch, Vorstandsvorsitzender des LSB. Ein Versicherungsschutz für Flüchtlinge und Asylbewerberber in Sportvereinen wurde bereits vor einiger Zeit vereinbart.

Dritte Säule im Programm „Sport mit Flüchtlingen“ ist die Fortführung und der Ausbau der bestehenden Projekte „Integration durch Sport“ und „Menschlichkeit und Toleranz im Sport“. „Hierbei ist eine personelle Aufstockung zwingend erforderlich“, erklärte Bengsch.

Für Andreas Silbersack ist es von elementarer Bedeutung, dass der Sport auch zukünftig ausreichend Sportstätten zur Verfügung hat. „Wir hoffen weiter auf das Verständnis der Politik, dass wir nur mit funktionstüchtigen Sportanlagen unseren Teil zur notwendigen Integrationsarbeit leisten können“, sagte der LSB-Präsident. Fälle wie in Griebo (Ortsteil von Wittenberg), Holzdorf (bei Jessen), Bernburg und in Halberstadt, wo ganz oder teilweise Sporthallen für ankommende Flüchtlinge genutzt wurden, müssten die „Ultima Ratio“ bleiben, forderte Silbersack. „Unsere Möglichkeiten zur Integration von Flüchtlingen sind umfangreich und vielfältig. Zur Umsetzung gibt es aber auch notwendige Voraussetzungen.“ Diesen Rahmen – aus personeller Ausstattung, Sportstätten und Finanzen – will der LSB zusammen mit der Politik stecken. Eines steht bei der Frage der Integration von Flüchtlingen für Silbersack ganz fest: „Man darf nicht alles dem Ehrenamt überlassen.“

Mehr Infos zu den Projekten des LSB gibt es auf: www.lsb-sachen-anhalt.de