Boxen

Vier SES-Boxer und ein Ziel

Am Sonnabend steigt auf der Magdeburger Seebühne die nächste SES-Boxgala. Im Blickpunkt ist dieses Mal der Nachwuchs des Magdeburger Boxstalls.

Von René Miller
Die SES-Boxer Michael Eifert, Tom Dzemski, Jurgen Uldedaj  und Peter Kadiru  (v. l.) präsentierten gestern beim ersten Medientermin vor den Kämpfen am Sonnabend stolz und siegessicher ihre   Gürtel.
Die SES-Boxer Michael Eifert, Tom Dzemski, Jurgen Uldedaj und Peter Kadiru (v. l.) präsentierten gestern beim ersten Medientermin vor den Kämpfen am Sonnabend stolz und siegessicher ihre Gürtel. Foto: Peter Gercke

Magdeburg - Am Sonnabend die Seebühne, gestern die Villa Bennewitz. Der SES-Boxstall präsentiert sich nach der langen Corona-Pause weiter unter freiem Himmel. Nachdem Anfang Juni schon auf der Seebühne geboxt wurde, findet an diesem Sonnabend (live im MDR ab 22.35 Uhr) an selber Stelle der nächste Boxabend statt. Und dafür präsentierten sich die Hauptdarsteller gestern in der 1898 gebauten neobarocken Villa im Kaiser-Otto-Ring und schritten dabei für die Fotografen siegessicher durch den schicken Garten.

Dzemski und Eifert im Hauptkampf

Allen voran die Halbschwergewichtler Tom Dzemski und Michael Eifert. Beide lieferten sich vor einem Jahr im Duell um die Junioren-WM der IBF einen engen Fight, den Dzemski knapp gewann. Alle drei Punktrichter entschieden nach acht Runden mit 77:76 für den 24-Jährigen. „Der Gürtel hat bei mir im Wohnzimmer einen festen Platz. So habe ich ihn immer im Blick“, verrät Dzemski, der bei diesem Blick auch an den Kampf erinnert wird: „Dass ich nicht überzeugend gewinnen konnte, ärgert mich immer noch. Deshalb bin ich froh, dass es dieses Duell noch einmal gibt. Ich habe fleißig gearbeitet und bin jetzt auch noch mehr fokussiert.“

Während Dzemski beim Kampfabend im Dezember im Maritim-Hotel ohne Zuschauer seinen Gürtel gegen Jihad Nasif aus Berlin verteidigen konnte, holte sich Eifert Anfang Juni auf der Seebühne den WBO-Youth-Titel durch einen Sieg gegen den Gummersbacher Dustin Amman. Jetzt will sich der 23-Jährige noch zwei Gürtel dazuholen. Den der IBF von Dzemski und den vakanten Gürtel der WBC, um den es am Sonnabend auch noch geht. Eifert: „Ich habe im Vergleich zum Duell vor einem Jahr viel an meiner Schlaghärte gearbeitet und will den Kampf auch klar gewinnen.“

Uldedaj will Junioren-Titel verteidigen

Um einen Junioren-Titel geht es auch bei Jurgen Uldedaj. Der SES-Cruisergewichtler hatte sich im Dezember 2018 in Tirana den Gürtel der WBO und im Mai 2019 in der Magdeburger Stadthalle den Gürtel der WBC geholt. Den will der 23-Jährige am Sonnabend gegen den Ukrainer Dmytro Serguta verteidigen. Uldedaj: „Ich bin erst einmal froh, dass wir in unserem Sport wieder einigermaßen normale Verhältnisse haben und ich wieder vor Zuschauern in den Ring klettern kann.“ Den letzten Kampf bestritt Uldedaj nämlich im Dezember im leeren Maritim-Hotel. Und sein Gegner Bojan Castic aus Bosnien-Herzegowina gab zu Beginn der vierten Runde schon auf.

Kadiru wieder im Ring

Bei Peter Kadiru steht im Duell mit Adnan Redzovic aus Bosnien-Herzegowina kein Titel auf dem Spiel. „Ich habe lange nicht geboxt und will jetzt nach dem harten Training wieder in Fahrt kommen“, sagt Kadiru, der im März erneut bei Anthony Joshua zum Sparring war. Kadiru: „Da habe ich viele Erfahrungen sammeln können. Den nächsten Schritt kann man aber nur über Kämpfe machen.“ Auf dem Papier scheint Redzovic dafür ein geeigneter Aufbaugegner zu sein. Aber der 44-Jährige bringt viel Erfahrung mit, hat 21 seiner bisher 26 Profi-Kämpfe gewonnen. Für seinen elften Sieg im elften Profikampf muss Kadiru wohl schon alles abrufen.

Kurzfristig dabei ist übrigens auch Adam Deines. Nach seinem WM-Kampf im März gegen Artur Beterbiev startet der Halbschwergewichtler gegen Bernard Donfack aus Berlin einen neuen Anlauf.