Handball

Fans geben SCM-Keeper extra Energie

Tobias Thulin befindet sich auf Abschiedstour beim Handball-Bundesligisten SC Magdeburg. Nach drei Jahren beim SCM wird er im Sommer zum TVB Stuttgart wechseln. Zuvor möchte er die Saison als Dritter beenden und sich von den Fans verabschieden.

Von Lukas Reineke
SCM-Torwart Tobias Thulin parierte im Heimspiel gegen den THW Kiel 15 Würfe.  Als Grund für seine herausragende Leistung nannte er die Rückkehr der Zuschauer.
SCM-Torwart Tobias Thulin parierte im Heimspiel gegen den THW Kiel 15 Würfe. Als Grund für seine herausragende Leistung nannte er die Rückkehr der Zuschauer. Foto: Eroll Popova

Magdeburg - Die Fans in der Getec-Arena feierten Tobias Thulin und skandierten seinen Namen nach dem 34:33-Sieg gegen den THW Kiel. Sie wussten, dass der Torwart mit 15 Paraden zu den Matchwinnern zählte. Der 25-Jährige bedankte sich bei den Zuschauern, indem er über den Kopf in die Hände klatschte. Allzu lang konnte er sich über den Erfolg jedoch nicht freuen. Bereits Sonntag (13.30 Uhr/Sky) ist der SCM in Göppingen im Einsatz.

Eine besondere Motivation in Thulins drittletztem Heimspiel im SCM-Dress waren die 1500 Fans. Immerhin mussten der Schwede, der nach drei Jahren in Magdeburg zum TVB Stuttgart wechseln wird, und seine Mitspieler mehrere Monate vor leeren Rängen spielen. „Es war richtig schön mit den Zuschauern. Wir haben ein Jahr ohne Zuschauer gespielt“, sagt Thulin. „Es ist schwer zu glauben, dass es nur 1500 Zuschauer waren. Es hat sich wie eine volle Halle angefühlt.“

Die Vorfreude auf das Spiel war deshalb doppelt gegeben. Duelle gegen den THW sind immer ein Anreiz und dann auch wieder vor den Zuschauern auf seiner Abschiedstour. „Es gab extra Energie für das Spiel, weil wir so lange darauf warten mussten“, so Thulin.

Dass die lautstarke Unterstützung beim saisonübegreifenden sechsten Bundesliga-Heimsieg gegen die Kieler in Folge zu einem wichtigen Faktor wurde, war von Beginn an spürbar. Mit seinen Paraden in der Anfangsphase weckte Thulin die Begeisterung auf den Tribünen. Nach jedem abgewehrten Ball riss er die Faust nach oben und animierte somit die euphorisierten Fans.

Lob vom Trainer

Auch SCM-Trainer Bennet Wiegert lobte die Leistung seines Keepers. „Hätte mir vorher jemand gesagt, dass wir gegen den besten Torwart der Welt das Torwart-Duell gewinnen, hätte ich gesagt, dass es möglich ist, aber viel passen muss. Daher freue ich mich besonders, dass Tobias sich belohnen konnte, und es ist Balsam auf seiner und unserer Seele“, wird Wiegert in einer Mitteilung des Vereins zitiert.

Für den schwedischen Keeper war es nicht der erste überzeugende Auftritt in einem Heimspiel gegen den THW Kiel. Bereits in der vergangenen Saison hielt er beim 32:31 mit neun Paraden den Sieg fest.

Platz drei als Abschluss

Dass Thulin seine letzten Heimspiele vor Zuschauern absolvieren darf, ermöglicht ihm einen würdigen Abschluss seiner SCM-Zeit, in der er oft im Schatten von Torwart-Partner Jannick Green stand. „Ich möchte gern ein gutes Ende der Saison mit den Zuschauern.“ Hierzu zählt für Thulin, dass sein Team die Spielzeit auf Rang drei abschließt. Angesichts von drei Zählern Vorsprung auf die Rhein-Neckar Löwen hat der SCM fünf Spieltage vor Saisonende alle Trümpfe in eigener Hand. „Wir haben eine gute Chance und der dritte Platz wäre gut für uns in diesem Jahr“, erläutert Thulin.

Auch wenn sich der Torwart nach einer intensiven Spielzeit auf die Sommerpause und den Urlaub freut, setzen die Fans in der Halle noch mal die letzten Kraftreserven frei. „Es war eine richtig lange Saison, aber ich kann noch ein paar Spiele mit Zuschauern spielen. Deswegen ist es kein Problem.“

Mit Sicherheit werden die SCM-Fans am 24. Juni erneut nach Abpfiff seinen Namen skandieren, wenn Thulin gegen Wetzlar sein letztes Heimspiel in der Getec-Arena bestreiten und gebührend verabschiedet wird.