Boxen

Kadiru vom Weltmeister-Gym zur Seebühne

Insgesamt sieben Kämpfe stehen bei der SES-Boxgala am Sonnabend auf dem Programm. Auch Schwergewichtler Peter Kadiru wird auf der Magdeburg Seebühne in den Ring steigen.

Von Von René Miller
SES-Boxer Peter Kadiru hat unter Trainer Christian Morales viel dazu gelernt. Sein sympathisches Lächeln ist aber geblieben.
SES-Boxer Peter Kadiru hat unter Trainer Christian Morales viel dazu gelernt. Sein sympathisches Lächeln ist aber geblieben. Foto: Peter Gercke

Magdeburg - Als Christian Morales am Mittwochabend beim öffentlichen Training im City Carré nach typischen Dingen von Peter Kadiru gefragt wurde, musste der Trainer des SES-Schwergewichtlers nicht lange überlegen. „Sein Lächeln ist immer noch dasselbe“, sagte Morales, während sein Schützling ihm genau mit diesem sympathischen Lächeln gegenüberstand.

Neun Monate Ringpause

Dass er am Sonnabend bei der SES-Gala auf der Seebühne (MDR, 22.35 Uhr) endlich wieder zu einem richtigen Kampf in den Ring steigt, genießt Kadiru in vollen Zügen. Sein letzter Fight liegt schon neun Monate zurück. Im Oktober 2020 holte er sich in der Getec-Arena den Deutschen Meistertitel.

„So eine lange Kampfpause hatte ich bisher noch nie. Schön, dass es jetzt wieder losgeht“, sagt der 24-Jährige, der im Vorjahr trotz Corona vier Kämpfe bestritt. Zwei davon im Juli und August auf der Seebühne in Magdeburg. Kadiru: „Diese Boxabende unter freiem Himmel waren wunderschön. Toll, dass ich jetzt wieder dabei sein darf.“

Sparring mit Champion Joshua

Der gebürtige Hamburger steigt beim vorletzten Kampf des Abends in den Ring. Um einen Titel geht es im Duell mit Adnan Redzovic aus Bosnien-Herzegowina über acht Runden aber nicht. Kadiru: „Ich will ein paar Sachen umsetzen, die ich in den letzten Monaten gelernt habe. Vor allem natürlich aus den Trainingseinheiten mit Anthony Joshua.“ Nachdem Kadiru schon im vergangenen November ein wichtiger Sparringspartner für den Champion der Verbände IBF, WBO, WBA und IBO war, wurde das 1,94 Meter große und 108 Kilo schwere Kraftpaket jetzt im Frühjahr erneut gebucht. Kadiru: „Das ist eine große Ehre. Ich habe da auch viel gelernt und Selbstvertrauen getankt.“

Lob von Trainer Morales

Sein Trainer nickt zustimmend. „Im November waren zwei Wochen ausgemacht, aber dann blieb er sechs Wochen. Das ist schon eine Wertschätzung. Und uns zeigt das auch, dass er mithalten kann und nicht weit weg ist. Es ist also nicht unmöglich, um ganz nach oben zu kommen. Dass er dafür noch an einigen Dingen arbeiten muss, ist natürlich klar“, sagt Christian Morales, der Kadiru seit acht Jahren betreut und betont: „Er ist immer noch der Peter, den ich als 16-Jährigen kennengelernt habe.“

Viel von Joshua gelernt

Damit ist die Bodenständigkeit seines Schützlings gemeint. Kadiru: „Auch Joshua hebt trotz seiner Erfolge nicht ab. Das fand ich sehr sympathisch.“ Und was konnte er sich boxerisch im Gym des Weltmeisters abschauen?

Kadiru: „Das ganze Drumherum ist faszinierend. Er investiert unheimlich viel ins Training, zieht da auch schon mal drei Stunden durch und legt Zusatzschichten ein. Das habe ich in so einem Umfang noch nie gesehen.“ Und was unterscheidet den 16-jährigen vom acht Jahre älteren Kadiru? „Das ist ganz klar die Erfahrung. Ich habe mich also Profi von Kampf zu Kampf weiterentwickelt, behalte jetzt viel mehr die Ruhe.“