Handball / SCM

Magnusson holt sich die Torjägerkrone

Der SC Magdeburg beendet die Saison in der Handball-Bundesliga mit einer Niederlage. Beim TBV Lemgo mussten sich die Grün-Roten mit 27:32 geschlagen geben. Aber dafür kann sich der SCM freuen, dass Omar Ingi Magnusson neuer Torschützenkönig ist. Außerdem verlängerte der 23-Jährige seinen Vertrag vorzeitig bis 2026.

Von René Miller
Omar Ingi Magnusson nimmt Maß, während Zeljko Musa in seinem letzten Spiel für den SCM die Lücke am Lemgoer Kreis schafft.
Omar Ingi Magnusson nimmt Maß, während Zeljko Musa in seinem letzten Spiel für den SCM die Lücke am Lemgoer Kreis schafft. Foto: Franzi Gora

Lemgo/Magdeburg - Verloren und gewonnen – so endete für den SC Magdeburg gestern die Saison. Mit 27:32 (14:17) mussten sich die Grün-Roten zwar beim TBV Lemgo-Lippe geschlagen geben, konnten sich auf dem Rückweg an die Elbe trotzdem freuen. Denn Omar Ingi Magnusson zog mit seinen zwölf Toren noch an Marcel Schiller in der Torschützenliste vorbei. Mit insgesamt 274 Treffern kann sich der Isländer über die Torjägerkrone freuen. Sein ärgster Konkurrent kam beim 27:25-Sieg der Göppinger in Ludwigshafen nur auf sieben Tore und blieb damit vier Treffer hinter Magnusson zurück.

Dritter Torjägertitel für den SCM

Der 24-Jährige ist damit nach Robert Weber (Saison 2014/2015 mit 271 Toren) und Matthias Musche (2018/2019 mit 256 Treffern) der dritte Bundesliga-Torschützenkönig des SC Magdeburg. Und in der Bundesliga ist Magnusson der vierte Isländer, der diesen Titel gewinnen konnte. „In seinem ersten Jahr so eine Leistung hinzulegen, ist fast schon sensationell“, freut sich Trainer Bennet Wiegert.

Weil Göppingen erst nach dem SCM spielte, musste sich Magnusson noch gedulden und konnte mit den Teamkollegen erst im Bus auf der Rückfahrt jubeln. Dort hatte die Mannschaft das Spiel der Göppinger live verfolgt. „Ich bin unglaublich stolz darauf. Aber dieser Titel gehört auch der Mannschaft“, erklärte Magnusson gewohnt zurückhaltend und bekam nach der Ankunft an der Getec-Arena von SCM-Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt den Pokal des besten Torjägers überreicht. Außerdem empfingen gegen 19 Uhr rund 50 Fans die Mannschaft und feierten noch einmal die tolle Saison.

Neuer Vertrag bis 2026

Schon vor dem letzten Spiel und unabhängig von der Torjägerkrone hatte der SCM mit Magnusson schon die Zukunft geklärt. Der Isländer verlängerte vorzeitig bis 2026. Sein ursprünglicher Kontrakt lief bis 2024. „Ich habe großes Vertrauen in Bennet Wiegert und die Verantwortlichen im Club, die eine Spitzenmannschaft formen wollen. Meine Familie fühlt sich zudem sehr wohl in Magdeburg und somit habe ich mit voller Überzeugung meinen Vertrag langfristig verlängert, um zukünftig noch mehr mit dem SCM zu erreichen“, erklärte Magnusson auf der Homepage des Vereins.

In Lemgo hatte sechs Stunden zuvor Magnusson nach einer guten Minute für das erste Tor des Spiels gesorgt. Und beim 4:3 (7.) aus Magdeburger Sicht warf er sich mit einem verwandelten Siebenmeter an Schiller vorbei an die Spitze der Torschützenliste. Weil der SCM nicht konsequent genug war, konnte die Führung aber nicht ausgebaut werden und die Gastgeber zogen in den Folgeminuten immer wieder auf ein Tor davon. Nach 16 Minuten brachte Daniel Pettersson den SCM zwar noch einmal mit 10:9 in Führung, aber danach war irgendwie die Luft raus.

Beim 11:10 für Lemgo nahm Wiegert in der 19. Minute seine erste Auszeit und machte seiner Mannschaft noch einmal klar, dass er auch im letzten Spiel vollste Konzentration fordert. „Wir brauchen ein anderes Zweikampfverhalten“, schimpfte der Coach und schaute dabei so streng, als würde es um die entscheidenden Minuten in einem echten Finale gehen.

In Lemgo fehlte dem SCM die Kraft

Magnus Gullerud nahm das mit der Zweikampfhärte wohl ein bisschen zu genau und musste in der 21. Minute sogar vorzeitig von der Platte. Der Norweger hatte bei einem Wurf des Lemgoers Frederik Simak zu sehr zugepackt und bekam die Rote Karte gezeigt. Innerhalb von zwei Minuten zogen die Lemgoer auf 14:10 davon und führten zur Pause mit drei Toren.

Knapp sechs Minuten nach dem Seitenwechsel waren die Gastgeber sogar auf fünf Tore (22:16) weg. Obwohl es um nichts mehr ging, wollte der SCM das Spiel aber auch nicht abschenken und kämpfte sich bis zum 23:21 (41.) noch einmal auf zwei Tore heran. Eine Viertelstunde vor Schluss hatte sich Lemgo aber mit einem 4:0-Lauf wieder klar abgesetzt und brachte den Sieg letztlich auch souverän über die Zeit.

„Diese Leistung entspricht eigentlich nicht unserem Niveau. Aber die Jungs haben in den vergangenen Wochen viel Kraft gelassen. Durch die Rote Karte konnten wir auch kaum noch wechseln“, sagte SCM-Trainer Bennet Wiegert, während die Lemgoer noch einen ihrer Spieler ganz besonders feierten. Christoph Theuerkauf, gebürtiger Magdeburger und früherer SCM-Spieler, beendet nun offiziell seine Karriere.