Handball

SC Magdeburg: Die Reife macht’s

Mit einer reifen Leistung hat sich der SC Magdeburg im Viertelfinal-Hinspiel bei IFK Kristianstad durchgesetzt. Trainer Bennet Wiegert sieht dennoch Potenzial in seiner Mannschaft - vor allem im Überzahlspiel.

Von Daniel Hübner

Wenige Stunden nach dem wichtigen Sieg – die Uhr hatte noch nicht ganz Mitternacht geschlagen – klang auch Bennet Wiegert nicht mehr wie ein Mensch. Der Trainer des SC Magdeburg saß zu diesem Zeitpunkt im Bus, der die Mannschaft zur Fähre Richtung Heimat chauffierte, lauter müde Männer werden sich in die Sitze gekuschelt haben. Womöglich und wenigstens mit einem Lächeln nach dem 34:28 (16:13)-Sieg am Dienstagabend im Viertelfinal-Hinspiel der European League beim IKF Kristianstad.

Wiegert blieb dennoch und naturgemäß der Mahner vor dem zweiten Duell, das am 20.?April (18.45 Uhr) in der Getec-Arena ausgetragen wird. „Wir haben erst eine Halbzeit gespielt“, sagte er also. Allerdings eine ziemlich überzeugende. Zu der er dann doch entsprechend resümierte: „Wenn man ein Viertelfinale auswärts mit sechs Toren gewinnt, ist das nicht verkehrt.“

Am Sonntag gegen Melsungen

Auch nicht verkehrt ist die kurze Pause, die er seinen Akteuren gewährt. Denn erst ges-tern, gegen 9.30 Uhr, sind die Magdeburger aus Schweden zurückgekehrt und haben sich danach in die Schlafgemächer verabschiedet. Auch heute werden sie keinen Ball in die Hand nehmen. „Es geht für mich derzeit vor allem um die Gesundheit der Spieler“, sagte der Coach. „Und da ist Regeneration das Wichtigste.“ Zumal am Sonntag das Bundesliga-Heimspiel gegen Melsungen (13.30 Uhr, Sky) ansteht. Dort treffen die Grün-Roten auf eine sehr erfahrene Mannschaft, während sich mit Kristianstad ein Team mit sehr jungen Akteuren präsentierte – und das im gesamten Reifeprozess natürlich im Nachteil war.

Die entscheidenden Akzente setzte nämlich der SCM. Die entscheidenden Fehler unterliefen indes den Hausherren, gerade in der zweiten Halbzeit. Und den entscheidenden Unterschied machte auch Keeper Jannick Green, der auf dem Statistikbogen der Magdeburger letztlich 17 Paraden vorweisen konnte. Wichtige Paraden bei freien Bällen inbegriffen. Auf dem Statistikzettel standen außerdem 71 Prozent in der Zeile Wurfquote, die ebenfalls Grundlage waren für den Sieg wie die traumhafte Sicherheit des Omar Magnusson, der zwölf Treffer markierte – fünf davon per Strafwurf.

Wurfquote: 75 Prozent sind gewünscht

Die Gastgeber hatten nicht einen Siebenmeter zu verzeichnen. Kristianstad kombinierte und kreuzte sich zuweilen bis zum Ballverlust – am Ende standen beim Gastgeber 55 Prozent Wurfquote in der Statistik. Und die Situation im Rückspiel könnte für IFK noch prekärer werden, wenn Olafur Gudmundsson (30), der erfahrene Shooter und isländische Nationalspieler, ausfällt. Er musste zur Pause in der Kabine bleiben und lange behandelt werden. „Ich mache mir Sorgen“, meinte Trainer Uffe Larsson.

„Ich möchte schon 75 Prozent sehen“, sagte Wiegert allerdings zum regelmäßigen Ziel im Trefferbereich. Aber das ist nicht die Sache, in der er zum Rückspiel eine Steigerung erwartet. „Wir müssen im Überzahlspiel effektiver werden“, sagte er mit Blick auf den mehrfachen personellen Vorteil (Kristianstad kam auf sieben Zeitstrafen), aus dem seine Mannschaft zu wenig Profit zog. „Da können wir uns noch weiter steigern.“ Aber erst nach dem Schlaf.