Handball / SCM

SCM atmet auf

Nach zwei Niederlagen konnten die SCM-Handballer am Wochenende wieder jubeln. Mit 25:21 siegten die Grün-Roten beim Bergischen HC. Überragend dabei Michael Damgaard, der 14 Tore warf.

Von René Miller
Michael Damgaard hatte beim Sieg des SCM mit 14 Toren großen Anteil daran, dass der Bergische HC in die Knie ging.
Michael Damgaard hatte beim Sieg des SCM mit 14 Toren großen Anteil daran, dass der Bergische HC in die Knie ging. Foto: imago images

Magdeburg/Düsseldorf l Mit dicken Fragezeichen in den Gesichtern hatten sich die Handballer des SC Magdeburg am Freitag auf den Weg nach Düsseldorf zum Spiel beim Bergischen HC gemacht. Samstagnacht stiegen sie dagegen zwar müde, aber mit einem Lächeln auf den Lippen an der Getec-Arena wieder aus und konnten nach einem 25:21 (9:8) einen entspannten Sonntag genießen.

SCM-Trainer Wiegert erleichtert

„Nach der Niederlage am Donnerstag gegen Balingen war es für alle mega anstrengend. Die Spieler mussten jeder für sich eine Strategie entwickeln, um das wegzustecken und sich neu zu fokussieren. Und ich musste mit vielen Gesprächen analysieren, woran es lag. Innerhalb von 48 Stunden kann man aber unterm Strich nicht viel verändern. Mir war es nur wichtig, eine Reaktion zu sehen. Dass die auch noch mit einem Sieg verbunden ist, macht es umso schöner“, erzählte ein erleichterter Trainer Bennet Wiegert. Vor dem blamablen 26:28 gegen Balingen hatten seine Jungs ja auch schon mit 28:30 in Erlangen verloren. Eine weitere Niederlage konnte vor dem kommenden Derby gegen Leipzig und dem Europacup-FinalFour am Pfingstwochenende keiner gebrauchen.

Zunächst sah es aber gar nicht gut für die Magdeburger aus. Weil im Angriff an das Spiel gegen Balingen angeknüpft und sogar freie Würfe vergeben wurden, stand nach einer Viertelstunde ein 5:2 für den BHC an der Anzeigetafel. Nur zwei Tore in den ersten 15 Minuten ist natürlich alles andere als grün-roter Handball-Stil. Folgerichtig nahm Trainer Wiegert die erste Auszeit. „Wir haben keinen Zug zum Tor und brauchen mehr Tiefe“, monierte der Coach.

Willensleistung des SCM

Michael Damgaard sorgte dann mit drei Toren in Folge dafür, dass die Gäste nach 20 Minuten nur noch mit 5:6 hinten lagen. Mit seinem vierten Treffer glich der Däne drei Minuten später zum 7:7 aus. Und Omar Ingi Magnusson brachte sein Team per Siebenmeter zum 8:7 knapp vier Minuten vor der Pause erstmals in Führung. Und die gaben die Gäste dank einer echten Willensleistung auch nicht mehr ab.

Denn Damgaard war nach dem Seitenwechsel überhaupt nicht mehr zu stoppen und traf fast mit jedem Wurf. „Dass er zunächst die ersten zwei Würfe frei vergeben hat und sich dann trotzdem so reingefightet und uns geholfen hat, war richtig gut und spricht für ihn“, lobte Wiegert.

SCM-Abwehr stand gut

Statt spielerisch zu glänzen und die Tore perfekt herauszuspielen, war bei den Magdeburgern eher Kraft und individuelle Klasse angesagt. Wiegert: „Da waren wir ein bisschen weg von unserer eigentlichen Philosophie. Aber das war heute wichtig. Stark war auch unsere Abwehrleistung. Nur acht Gegentore in der ersten Halbzeit und 21 am Ende beim BHC ist sehr ordentlich.“

SCM-Torwart Green mit vielen Paraden

Großen Anteil daran hatte auch Jannick Green, der auf insgesamt zwölf Paraden und eine Fangquote von 36 Prozent kam. So zogen die Magdeburger nach 39 Minuten sogar auf 16:11 davon. Selbst drei Tore in Folge des BHC zum 17:15 (45.) störte die Magdeburger nicht. Nach einer guten Viertelstunde der zweiten Halbzeit hatte der SCM beim 18:15 dann schon so viele Tore erzielt, wie vor der Pause zusammen.

14 Tore von Damgaard

Ganz wichtig in dieser Phase waren die Paraden von Green, der beim Stand von 19:17 (49.) beim Gegenstoß den Wurf von Jeffrey Boomhouwer wegfischte und neue Spannung verhinderte. Beim 20:17 parierte er zehn Minuten vor Schluss gegen Arnor Gunnarsson auch noch einen Siebenmeter. Während Omar Ingi Magnusson am Ende mit acht Toren aus acht Versuchen den perfekten Abschluss hatte, kehrte Damgaard mit einem neuen Rekord nach Magdeburg zurück. Der 31-Jährige traf insgesamt 14-mal – so oft traf er allein aus dem Feld in einem Bundesliga-Spiel noch nie. „Wir haben schlecht begonnen und hatten die letzten zwei Spiele noch so ein bisschen im Hinterkopf. Aber nach der Pause lief es bei allen viel besser. Ich selbst hatte schon in den letzten Trainingseinheiten ein gutes Gefühl und genieße jede Sekunde im Spiel“, erklärte Damgaard nach dem Sieg bei Sky.