Handball / SCM

SCM holt den Europacup

Der SC Magdeburg hat es geschafft und gewinnt die European Handball League. Mit einem 28:25 (15:8) im Finale gegen die Füchse Berlin beim Final Four in Mannheim konnten die Grün-Roten nach 14-jährige Pause wieder einen internationalen Titel bejubeln.

Von René Miller
Der SC Magdeburg kann nach 14 Jahren Pause wieder einen Sieg im Europacup feiern.
Der SC Magdeburg kann nach 14 Jahren Pause wieder einen Sieg im Europacup feiern. Foto: imago images

Mannheim - Der Jubel kannte keine Grenzen. Mit einer ganz starken Leistung zwang der SCM im Finale der European Handball League die Füchse Berlin mit 28:25 (15:8) in die Knie und feiert nach 14-jähriger Pause wieder einen Europacup-Sieg. Währned die Spieler wie kleine Kinder vor dem Tor herum hüpften, faltete Trainer Bennet Wiegert fast schon ungläubig die Hände über dem Kopf zusammen. Und Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt teilte dagegen voller Freude die Sieger-Shirts aus.

Starker Beginn

Die Füchse standen zwar gut fünf Minuten vor den Magdeburgern zum Warmmachen auf der Platte und liefen bei der Vorstellung auch als erstes Team ein. Doch den besseren Start hatte der SCM. Die in Weiß spielenden Magdeburger hatten auch den ersten Angriff und überraschten die Füchse dabei auch gleich mit Michael Damgaard, der gegenüber den letzten Spiel gleich begann und auch sofort traf. Dass er dabei von Mijajlo Marsenic im Gesicht getroffen wurde, stellte sich nach Videostudium als unabsichtlich heraus. Als Christian O’Sullivan zum 3:0 ins leere Füchse-Tor traf war klar, dass sich im Finale eine ganze anderer Magdeburger Mannschaft präsentiert als am Tag zuvor im Halbfinale gegen Plock.

Wichtige Tore

Die Füchse konnten zwar in der siebten Minuten auf 3:2 verkürzen. Doch der SCM zog nach zwölf Minuten wieder auf drei Tore davon und führte 6:3. Und der Handball-Gott schien auf grün-roter Seite zu sein. Denn nach einem Pfostentreffer von Damgaard sprang der Ball zu Tim Hornke, der das zum 7:4 (16.) nutzte. Zuvor hatte schon Omar Ingi Magnusson beim verworfenen Siebenmeter den Abpraller versenkt.

Green im Tor überragend

Green kam auch deshalb viel besser ins Spiel, weil die Abwehr richtig gut stand und die Füchse immer wieder zu Würfen aus der Distanz zwang. So zog der SCM nach 21 Minuten schon auf 12:6 davon und baute diesen Vorsprung bis zur Pause sogar auf sieben Tore (15:8) aus. Bei Green standen bis dahin schon neun Paraden und eine Fangquote von 53 Prozent auf dem Zettel. Am Ende waren es überragende 17 Paraden mit 42 Prozent.

SCM bewahrt die Ruhe

Nach dieser starken Halbzeit musste Trainer Bennet Wiegert in der Kabine eigentlich nur loben und seine Spieler so einstellen, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. So ging es die Mannschaft auch an. Green wuchs weiter über sich hinaus und vorne wurde geduldig oder schnell auf die Chance gewartet, während die Füchse immer hektischer agierten. Nach 35 Minuten zog der SCM auf 18:10 davon, ließ danach aber einige Chancen ungenutzt, was die Berliner zum 19:14 (41.) nutzten.   

Hornke dreht auf

Aber der SCM ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. und baute den Vorsprung wieder auf 22: 16 (46.) aus. Vor allem Hornke drehte richtig auf. Der Rechtsaußen war es auch, der beim Stand von 23:19 (49.) den Lauf der Füchse stoppte und zum 24:19 traf. Neun Minuten vor Ende holte Wiegert seine Mannschaft noch einmal zur Auszeit, weil er wohl ahnte, dass es noch ein richtiger Krimi wird. Denn die Füchse verkürzten danach sogar auf 25:23 (56.). Momente, die Damgaard ganz besonders liebt und dreieinhalb Minuten vor dem Ende eiskalt zum 26:23 traf. Magnusson legte eine Minute später per Siebenmeter das 27:23 nach und sorgte damit für die Vorentscheidung. Der Isländer und Hornke waren mit jeweils sieben Toren auch die besten Werfer beim SCM.

Löwen gewinnen kleines Finale

Zuvor konnten sich die Rhein-Neckar Löwen wenigstens über den 3. Platz freuen. Die Gastgeber des Final Four schlugen im kleinen Finale Wisla Plock aus Polen mit 32:27 (15:12)