Handball / SCM

SCM-Sieg rührt Musa zu Tränen

Die Handballer des SC Magdeburg haben Rang drei in der Bundesliga sicher. Mit 27:22 wurde der Negativ-Fluch gegen die Rhein-Neckar Löwen besiegt. Vor allem zur Freude von Zeljko Musa.

Von René Miller
Zeljko Musa (4. v. r.) wird nach dem Sieg bei den Löwen von seinen Gefühlen übermannt. Weil seine Bundesliga-Statistik jetzt perfekt ist, kullerten beim Kroaten sogar ein paar Freudentränen.
Zeljko Musa (4. v. r.) wird nach dem Sieg bei den Löwen von seinen Gefühlen übermannt. Weil seine Bundesliga-Statistik jetzt perfekt ist, kullerten beim Kroaten sogar ein paar Freudentränen. Foto: Franzi Gora

Magdeburg/Mannheim - Es ging um Rang drei, es ging um das Ende der Negativ-Serie gegen die Rhein-Neckar Löwen, aber es ging auch um Zeljko Musa. Der Kroate spielt seit 2016 für den SC Magdeburg und hatte nur noch einen Verein auf seinem Zettel, bei dem er weder in der Bundesliga noch im Pokal gewonnen hat. „Das habe ich bei der Besprechung vor dem Spiel der Mannschaft auch gesagt. Und dementsprechend haben sich die Jungs auch für Zeljko zerrissen“, verriet Trainer Bennet Wiegert nach der Partie, die mit 27:22 (12:9) gewonnen wurde.

Somit machten die SCM-Handballer in der Mannheimer SAP-Arena dort weiter, wo sie am 23. Mai aufgehört hatten – mit Feiern. Während vor vier Wochen der Triumph in der European Handball League bejubelt werden konnte, freuten sich die Grün-Roten am Samstagabend ja auch darüber, vorzeitig Rang drei in der Bundesliga klar gemacht zu haben. Wiegert: „Durch den Erfolg im Europacup wussten wir ja auch, dass uns die Halle in Mannheim durchaus liegt.“

Erster Sieg bei den Löwen

Was bisher ja nicht der Fall war. Denn gegen die Löwen und deren Vorgängerclub Kronau/Östringen wurden zuvor alle Auswärtsspiele in der Bundesliga verloren. Der letzte Sieg überhaupt gelang in der Getec-Arena im Dezember 2016, in der zweiten Saison von Musa im SCM-Trikot. Dass er nun auch hinter dem Auswärtsspiel bei den Löwen einen Haken in der Spalte Sieg machen kann, ließ beim Kreisläufer sogar die eine oder andere Freudenträne kullern.

„Diese Horrorserie endlich beendet zu haben, ist mental auch wichtig für die nächste Saison. Gegen die Füchse Berlin hatten wir ja auch so einen kleinen Fluch. Schön, dass wir da jetzt einen Haken dran haben und auch diese zwei Teams nicht mehr so in unseren Köpfen haben“, weiß Wiegert auch um die mentale Bedeutung dieses Erfolgs, der eigentlich nur am Anfang des Spiels so ein bisschen infrage stand, als die Gastgeber nach acht Minuten mit 4:2 führten.

Doch die Magdeburger hatten erneut einen überragenden Tobias Thulin zwischen den Pfosten. Der Schwede sorgte auch für die wohl entscheidende Schlüsselszene des Spiels, als er beim 6:7 aus SCM-Sicht (19.) erst gegen Andi Schmid glänzend parierte und dann sogar auch noch Uwe Gensheimer einen Siebenmeter abnahm.

Thulin überragt erneut

Daraus resultierte dann eine 10:7-Führung (24.) und das 12:9 für den SCM zur Pause. Insgesamt neun Paraden und eine Fangquote von 50 Prozent waren beim Seitenwechsel Thulins eindrucksvolle Daten. Und dass sich Wiegert noch lange nicht auf der Siegerstraße sah, zeigte die Auszeit 15 Sekunden vor der Sirene. Da hatte Marko Bezjak eine Idee, um die Löwen noch einmal zu überraschen. Aber Wiegert war es wichtiger, auf jeden Fall das Drei-Tore-Polster in die Kabine zu bringen.

Zur Freude des aufgrund seiner Knieprobleme erneut nur auf der Bank sitzenden Jannick Green machte Thulin auch in Halbzeit zwei so weiter und fing sogar die Gegenstöße der Löwen ab. Nach 38 Minuten zog der SCM auf 17:10 davon. „Was wir vernageln ist unfassbar“, tobte Löwen-Co-Trainer Klaus Gärtner in einer Auszeit. Aber nur weil der SCM die Angriffe nicht mehr so konzentriert ausspielte, schmolz der Vorsprung beim 18:14 (43.) auf vier Tore zusammen.

Doch die Grün-Roten blieben so cool wie beim Europacup-Finale und lagen zehn Minuten vor Spielende wieder mit fünf Toren (22:17) vorn. Thulin hat sein Paradenkonto inzwischen auf 15 erhöht und am Ende sogar auf 16 und eine Fangquote von 42 Prozent auf dem Konto. „Das war ein richtig gutes Spiel von uns. Die Abwehr stand super. Und es ist einfach schön, dass wir Rang drei vorzeitig gesichert haben“, freute sich der Torwart im Interview mit Sky.

Sorgen um Bezjak

Als in der 53. Minute ein 24:18 für den SCM an der Anzeigetafel stand, zweifelte keiner mehr am Ende der schwarzen Magdeburger Serie gegen die Löwen. Die kamen zwar noch einmal auf 24:21 heran. Aber mehr ließen die Gäste um ihren besten Werfer Michael Damgaard (acht Tore) nicht zu.

Viel mehr Sorgen machte die Verletzung von Marko Bezjak. Der Spielmacher humpelte kurz vor Schluss von der Platte und soll sich den kleinen Zeh des linken Fußes ausgekugelt haben.