Handball

SCM siegt mit kühlem Kopf

Der SC Magdeburg kehrt nach der Länderspielpause mit einem 29:27 (15:13) in Hannover in den Bundesliga-Alltag zurück.

Hannover/Magdeburg l Ruhig und gelassen nahm es SCM-Trainer Bennet Wiegert nach der Schlusssirene in Hannover hin, dass der gegnerische Trainer wütend und wild gestikulierend auf ihn einredete. Auch seine Spieler behielten in einer hektischen Schlussphase den nötigen kühlen Kopf und brachten gegen die Mannschaft von Carlos Ortega ein 29:27 (15:13) über die Zeit.

„Am Ende war es sehr, sehr hektisch. Aber wir haben kühlen Kopf bewahrt und nicht zu viele Fehler gemacht. Unterm Strich ist unser Sieg auch verdient, weil wir gut in der Abwehr gestanden haben“, freute sich SCM-Torwart Jannick Green, der mit 13 Paraden einen großen Anteil am Erfolg hatte.  Ganz wichtig vor allem die zwei gehaltenen Würfe, nachdem Hannover neun Minuten vor Schluss zum 24:24 ausgeglichen hatte.

Erst nach viereinhalb Minuten mussten die Magdeburger das erste Gegentor hinnehmen. Bis dahin hatten die Gäste aber bereits eine 3:0-Führung herausgeworfen. Doch Hannover kämpfte sich auch ohne den Ex-Magdeburger Filip Kuzmanovski, der nach  der Länderspielreise mit Nordmazedonien in Quarantäne musste, nach elf Minuten auf 4:5 heran. Aber der SCM blieb konzentriert und zog nach einer Viertelstunde erneut auf drei Tore (9:6) davon.

Weil Omar Ingi Magnusson ungewöhnlich viele Nerven am Siebenmeterstrich zeigte und gleich zwei Mal verwarf, konnten die Gastgeber in der 20. Minute jedoch erneut zum 9:9 ausgleichen. Zwei Minuten später nahm Wiegert beim 10:10 die erste Auszeit. „Wir haben nur ein Problem, das ist der Abschluss. Zeigt deshalb mehr Konsequenz und Zug zum Tor, weil es dann auch immer Strafen und Siebenmeter gibt“, lautete die Ansage. Genauso kam es auch gleich und Magnusson zeigte sich als Siebenmeterschütze wieder wie gewohnt eiskalt.
Und in der 24. Minute zeigte Marko Bezjak dann seine ganze Genialität und bediente im Fallen vom eigenen Kreis aus per Rückhand Lukas Mertens, der auf 12:10 für den SCM erhöhte. Fast mit der Sirene sorgte der Linksaußen auch für den Pausenstand.

Diese Führung war aber viel zu schnell verspielt. Nur zwei Minuten nach dem Seitenwechsel hieß es 15:15. Und in der 36. Minute brachte der starke Ivan Martinovic mit seinem bis dahin  fünften Tor Hannover erstmals in Führung. Doch das 16:17 machte die Grün-Roten wieder richtig  wach und Mertens drehte mit einem Doppelschlag das Spiel.
Als Gisli Kristjansson in der 43. Minute den SCM mit 22:18 in Führung brachte, sah vieles danach aus, dass die Gäste das Spiel jetzt endgültig unter Kontrolle haben. Aber nur zwei Minuten später waren die „Recken“ wieder auf 22:21 dran.

Und der Rest wurde dann zum absoluten Krimi. Nachdem Kristjansson zum 27:26 traf, verhinderte Green den erneuten Ausgleich und Magnusson sorgte im Gegenzug gut zwei Minuten vor Schluss für das beruhigende 28:26. Hannover dagegen tobte, weshalb Wiegert noch mal eine Auszeit nahm und gelassen sagte: „Die labern und wir nehmen die beiden Punkte mit.“