Handball / SCM

SCM taucht wieder in den Alltagein

Für die Handballer des SC Magdeburg geht es nach dem Triumph im Europacup am Donnerstag (19 Uhr, Sky) in der Bundesliga bei TuSEM Essen weiter.

Von René Miller
Tim Hornke legte im Europacup-Finale einige spektakuläre Dreher ins Tor der Füchse. Am Ende hatte der Rechtsaußen des SC Magdeburg sieben Tore erzielt. Heute tauchen Hornke und Co. in Essen aber wieder in den Bundesliga-Alltag ein.
Tim Hornke legte im Europacup-Finale einige spektakuläre Dreher ins Tor der Füchse. Am Ende hatte der Rechtsaußen des SC Magdeburg sieben Tore erzielt. Heute tauchen Hornke und Co. in Essen aber wieder in den Bundesliga-Alltag ein. Foto: imago images

Magdeburg - Als Fußball-Fan musste Tim Hornke in dieser Saison wieder mit einer Riesenenttäuschung leben. Dem Hamburger SV ist nämlich im Aufstiegskampf zur Bundesliga erneut die Luft ausgegangen. Für Hornke durch den Erfolgsdruck vor allem eine Kopffrage. Druck, mit dem die SCM-Handballer beim Final Four der European League bravourös klarkamen und den Cup nach Magdeburg holten. Hornke: „Für solche Titel bin ich zurück nach Magdeburg gekommen. Ich bin richtig glücklich. Einfach schön, dass es im zweiten Jahr schon mit einem Titel geklappt hat.“

Hornke im Finale ganz stark

Woran Hornke einen großen Anteil hat. Der Rechtsaußen warf sieben Tore im Finale und war damit zusammen mit Omar Ingi Magnusson bester Werfer. Und der Druck auf Hornke war schon speziell. Denn beim Spiel um Rang drei gegen Wisla Plock (30:29) schaute er am Sonnabend nur zu und vergab im Finale gegen die Füchse (28:25) gleich seine erste Chance. „Das war vom Winkel her auch noch die leichteste aller Möglichkeiten von Außen. Aber ich hatte mir für das Final Four vorgenommen, mir über nichts Gedanken zu machen. Ich wollte einfach nur da sein, wenn ich gebraucht werde. Egal, ob ich eine komplette Partie, eine Halbzeit lang oder nur zehn Minuten spiele“, so Hornke, der erst am Sonntag erfuhr, dass er auf Rechtsaußen der Mann für das Finale ist.

Wichtige Tore durch spektakuläre Dreher

Und da hatte er sich vom ersten Fehlwurf auch nicht beirren lassen. Fünf seiner Tore erzielte er nach der Pause. Einige davon mit spektakulären Drehern, über die sich Füchse-Torwart Dejan Milosavljev ganz besonders ärgerte. Außerdem traf Hornke dabei auch einige Male in sehr entscheidenden Momenten. Dass der Vorsprung sogar mal auf zwei Tore geschmolzen war, sorgte bei Hornke aber nicht für eine zittrige Hand. Denn er hatte sich für das Finale noch ein besonderes Erfolgsrezept überlegt. Hornke: „Ich hatte mir vorgenommen, nicht oft auf die Anzeigetafel zu schauen.“

Schon heute zählt das alles aber nicht mehr. Nach einem freien Montag und Dienstag stand gestern Vormittag wieder Training auf dem Plan. Und zur Mittagszeit machten sich die Grün-Roten auf den Weg nach Essen, wo heute Abend (19 Uhr, Sky) das nächste Bundesliga-Spiel auf dem Programm steht.

Großer Respekt vor Essen

Hornke: „Dass die Essener richtig unangenehm sein können, haben schon viele in der Bundesliga zu spüren bekommen. In vielen Spielen hat TuSEM so wie gegen uns erst zum Ende hin verloren. Unterschätzen werden wir die Mannschaft deshalb ganz bestimmt nicht.“

Beim Hinspiel Ende Februar in der Getec-Arena tat sich der SCM beim 34:28 lange Zeit richtig schwer und lag knapp 13 Minuten vor Schluss sogar mit 25:26 zurück. Für Trainer Bennet Wiegert war der Sieg deshalb auch viel zu hoch. Und daran wird er seine Jungs gewiss erinnern. Und die Grün-Roten wollen auch mit einem Sieg wieder in den Bundesliga-Alltag eintauchen und damit weiterhin auf einer Erfolgswelle schwimmen. Hornke: „Im Handball hat man selten die Zeit, solche Highlights lange zu genießen, weil die Bundesliga immer gleich wieder wartet. Für uns durch das Spiel am Sonnabend in Minden gleich mit einem Doppelpack und einer langen Reise. Aber wir wollen in der Meisterschaft unbedingt Dritter werden. Deshalb haben wir den Fokus auch schon wieder voll auf diese Spiel gerichtet.“