Handball

SCM wird gejagt

Die SCM-Handballer sind seit 18 Pflichtspielen unbesiegt und erwarten am Sonntag in der Getec-Arena die Füchse Berlin zum Top-Spiel.

Magdeburg l Ohne Corona-Pandemie würden die Fans des SC Magdeburg schon die Stunden zählen, bis sie endlich in die Getec-Arena dürften. Schließlich steht morgen (13.30 Uhr, Sky) das Spiel gegen die Füchse aus Berlin an. Von Derby wird in Magdeburg zwar nicht gesprochen –  aber auch wenn wie immer nur zwei Punkte zu vergeben sind, gehört die Partie gegen die Füchse beim SCM zu den ganz besonderen Spielen in der Saison.

Durch den 29:27-Sieg in Hannover blieben die Grün-Roten wettbewerbsübergreifend zum 18. Mal in Folge ungeschlagen, davon zwölf Mal in der Bundesliga. Und da soll es mit gewiss vielen SCM-Fans vor den Fernsehschirmen auf keinen Fall „13 schlagen“. Denn laut Redewendung steht  „Jetzt schlägt’s aber 13“ für Überraschung und die 13 im Allgemeinen für Pech. Doch die Brust beim SCM ist aktuell so breit, dass auch solche Theorien davon abprallen.

Trainer Bennet Wiegert warnt aber trotzdem. „Eines ist völlig klar: Jede Mannschaft will unsere Serie knacken. Dadurch gehören wir jetzt zu den Gejagten. Aber das wissen wir und können damit umgehen“, sagt der Coach. Und dass seine Spieler dieses Selbstbewusstsein auch auf die Platte bringen können, hat die  Mannschaft am Donnerstagabend in Hannover eindrucksvoll gezeigt. Da kam die Erfolgsserie  im Verlauf der zweiten Halbzeit einige Male schon ins Wackeln. Aber in der entscheidenden Phase blieben Torwart Jannick Green und seine Teamkollegen richtig cool. Wiegert: „Die Situation war nicht einfach, weil man nie so richtig weiß, wo man nach einer Länderspielpause steht. Aber das haben die Jungs gut gemacht. Und dieses Spiel hat uns gezeigt, dass wir auch gewinnen können, wenn wir mal nicht so gut spielen.“

Wiegert ließ sich deshalb auch auf keinerlei Diskussionen mit Gegner oder Schiedsrichtern ein.  Hannovers Trainer Carlos Ortega war dagegen über einige Entscheidungen der Schiris ziemlich aufgebracht und ließ das sogar die Magdeburger verbal spüren. Für Wiegert war das aber schon auf der Rückfahrt abgehakt und das Spiel gegen die Füchse voll im Fokus.

Gegen die Berliner gab es für die Grün-Roten schließlich  nur selten Grund zum Jubeln. Die Bilanz weist in 27 Bundesligaspielen lediglich fünf  Magdeburger Siege aus. Der letzte Heimsieg liegt sogar schon über sechs Jahre zurück. Anfang Dezember 2014 gewann der SCM mit 30:26.
Im jüngsten Duell der beiden Clubs behielten aber die Magdeburger eindrucksvoll die Oberhand. Denn im Hinspiel der aktuellen Saison fegte der SCM  mit einem 32:22 über die Füchse hinweg. Green: „Spiele gegen Berlin haben  immer eine besondere Brisanz. Und das Hinspiel werden die Füchse  ganz bestimmt nicht vergessen haben.“

Während beim SCM hinter Daniel Pettersson ein Fragezeichen steht, weil der Rechtsaußen verletzt vom schwedischen Nationalteam zurückkehrte, müssen die Füchse auf die dänischen Nationalspieler Hans Lindberg und Jacob Holm verzichten. Beide wurden positiv auf Covid-19 getestet. Auch Paul Drux wird nach einer Knie-Operation fehlen. Gespannt ist man beim SCM aber darauf, ob Lasse Andersson dabei ist. Der Däne wurde zwar negativ getestet. Aber weil er auch mit Dänemark unterwegs war, pausierte er vorsichtshalber beim Füchse-Sieg gegen Minden.