Handball

Torwart Green vom SC Magdeburg will sich durchbeißen

Jannick Green, Keeper des SC Magdeburg, ist vorzeitig von der EM-Qualifikation mit Dänemark zurückgekehrt. Der Grund: Knieprobleme.

Von Daniel Hübner
Jannick Green (r./mitZeljko Musa) fiebert auch in seiner verletzungsbedingten Zwangspause mit dem SCM mit.
Jannick Green (r./mitZeljko Musa) fiebert auch in seiner verletzungsbedingten Zwangspause mit dem SCM mit. Foto: Eroll Popova

Magdeburg. Seine vorzeitige Rückkehr hatte einen schmerzhaften Grund: Jannick Green laboriert seit einigen Monaten an Knieproblemen. Zugezogen hatte er sich diese im Hinspiel des SC Magdeburg in der Handball-Bundesliga gegen den TVB Stuttgart am 25. Oktober (29:30). Mal zwickte der Meniskus mehr, mal weniger. In der vergangenen Woche, noch vor dem ersten Länderspiel im Endspurt um die Qualifikation zur Europameisterschaft 2022, ging es gar nicht. Sagte zumindest der Teamarzt der dänischen Nationalmannschaft und schickte ihn zur Schonung für die kommenden Aufgaben zurück an die Elbe. „Ich war stinksauer“, berichtet Green über sein Gefühl, nachdem ihm eine Einsatzunfähigkeit attestiert worden war.

Green ist der Torhüter, der mit seinen Leistungen den SCM in den vergangenen Monaten auf Kurs nationale Spitze und Final Four in der European League gehalten halt. Trotz des lädierten Knies. Es wird nun darüber nachgedacht, „ob ich am Knie operiert werden muss oder nicht“, sagt der Keeper. Womöglich hat er im jüngsten Liga-Spiel beim HC Erlangen noch einmal zusätzlich gelitten, zwischenzeitlich hatte er bei der 28:30-Niederlage das Tor freigemacht für Tobias Thulin. Doch Green wiegelt ab und erklärt vielmehr: „Ich habe schlecht gehalten.“

Das hat er in der gesamten Saison nicht, weshalb Dänemarks Nationaltrainer Nicolei Jacobsen ihn wieder ins Aufgebot holte – und damit den Konkurrenzkampf hinter der Nummer eins Niklas Landin mit Green, Kevin Möller (FC Barcelona) und Emil Nielsen (HBC Nantes) anheizte. Ein echtes Luxusproblem also für den Nationalcoach. „Ich war die letzten Male nicht dabei, also muss es bedeuten, dass ich derzeit die Nummer vier bin“, wurde Green noch vor dem Spiel in der Schweiz auf dem dänischen Internetportal „TV 2“ zitiert.

Traum von Olympia geplatzt

Aber Jacobsen sucht auch einen Mann an Landins Seite, der sich mit dem Keeper vom THW Kiel bestens ergänzt. „Ich bin seit Jahren dabei, und ich denke, dass es mit Niklas immer gut funktioniert hat“, hatte Green zu seiner Ausgangsposition erklärt. Nun ist sein Traum von Tokio und seiner zweiten Olympia-Teilnahme wohl geplatzt – und damit der Traum vom zweiten Gold. „Ich denke, mein Knie wird für die Spiele noch nicht gut genug sein“, blickt der 32-Jährige voraus. SCM-Trainer Bennet Wiegert empfindet mit ihm: „Das ist schade für ihn.“

Seit dem vergangenen Mittwochabend ist Green deshalb zurück in Magdeburg. Seit Montag ist er wieder im Training. Gestern Morgen kehrten auch alle anderen von den Spielen mit ihren Nationalteams zurück – und alle, vom polnischen Abwehrhünen Piotr Chrapkowski bis zum schwedischen Rechtsaußen Daniel Pettersson, mit dem EM-Ticket in der Tasche. Erster Termin vor dem ersten Training: der PCR-Test. Die an der Elbe verbliebenen Akteure haben sich indes „einen Puffer geschaffen für den Saisonendspurt“, erklärt Wiegert. Nicht nur Massage, auch Athletik- und Krafttraining standen auf dem Plan. Oder wie er betont: „Muskelkater war erlaubt.“

Der soll sich lohnen für die Mannschaft, die morgen in der Getec-Arena gegen HBW Balingen-Weilstetten in den Liga-Alltag zurückkehrt (19 Uhr, Sky). Auch Keeper Green will sich dann wieder durchbeißen. Er sagt: „Ich hoffe, dass ich bis zum Saisonende durchspielen kann.“