Weißenfels (dpa) l Alles neu macht der Mai. Bei den Basketballern aus Weißenfels erfolgte eine komplette Rundumerneuerung inklusive Namensänderung und einem eingeleiteten Imagewandel. Der Basketball-Bundesligist, der nun unter dem neuen Namen Syntainics MBC mit einem 90:87 Heimsieg über die Eisbären Bremerhaven den Klassenerhalt absicherte, sieht sich selbst in "einer neuen Zeitrechnung" angekommen. Geschäftsführer Martin Geissler verspricht sich mit dem Abschluss eines Fünf-Jahres-Vertrages mit einem US-amerikanischen Motorenöl-Hersteller als Hauptsponsor sogar "eine Zukunftsperspektive im Wettbewerb mit den besten Basketball-Clubs".

Damit ist eines klar: "Wir wollen weg vom Klischee der Fahrstuhlmannschaft und dauerhaft zu den 15 besten Teams in Deutschland gehören", sagte Geissler, der zudem ein relaunchtes Clublogo für die selbsternannten Wölfe präsentierte.

Noch zum Jahreswechsel galt der Mitteldeutsche BC als Abstiegskandidat Nummer Eins. Nach 18 Spielen hatten die Weißenfelser gerade einmal drei Siege eingefahren. Die sportliche Talfahrt wurde vom Management durch drei Verstärkungen und einen Wechsel auf der Trainerposition eingeleitet. Andrew Warren, Tremmel Darden und Jovan Novak erhöhten die Qualität in der Offensive enorm. Silvano Poropat, der nach drei Jahren an seine ehemalige Wirkungsstätte zurückkehrte, löste den glücklosen Coach Aleksandar Scepanovic ab und feierte sieben Erfolge. "Poropat hat nicht nur an vielen kleinen Stellschrauben gedreht, sondern den Spielern nach den vielen knappen Niederlagen neues Selbstvertrauen eingeflößt", meinte Geissler und schob nach: "Wir haben immer an die Wende geglaubt."

Nun hat der Verein aus Sachsen-Anhalt den Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse souverän geschafft. Noch besser: Auch die wirtschaftlichen Weichen sind nach schwierigen Jahren gestellt. "Die sportliche Qualifikation gestaltete sich schwieriger, als die wirtschaftliche Hürde zu nehmen. Da sah es schon vor einem Monat sehr gut aus. Es ging nur darum, in der Bundesliga zu bleiben. Dieses Ziel haben wir erreicht", meinte Geissler.

Ob Trainerfuchs Poropat in Weißenfels bleibt, ist noch offen. Sein Vertrag läuft aus. Außerdem ist kein einziger MBC-Spieler für die kommende Saison fest an den Verein gebunden. Doch zunächst will das Management Klarheit in der Trainerfrage haben. Poropat gilt als erster Ansprechpartner. "Ich bin einfach froh, ein Teil dieser Reise gewesen zu sein. Gemeinsam mit den Wölfe-Fans haben wir in den letzten Wochen eine Energie kreiert, die uns zusammen zum Klassenerhalt geführt hat", meinte der Head-Coach. Aussagen zu seiner Zukunft vermied er.

Dazu steht dem Management erstmals ein Etat von knapp über drei Millionen Euro zur Verfügung. Damit befinden sich die Mitteldeutschen mit vier bis fünf anderen Vereinen finanziell auf Augenhöhe und sind wettbewerbsfähiger geworden. "Sicherlich steigen unsere sportlichen Ambitionen durch die besseren Rahmenbedingungen. Aber ich glaube nicht, dass wir nächstes Jahr schon in der Lage sind, eine Rolle im Kampf um die Playoffs zu spielen", meinte Geissler. Es geht auch in der Saison 2019/20 für Syntainics MBC in erster Linie um den Klassenerhalt.