Magdeburg l Tom Schwarz begrüßt seine Chat-Partner inzwischen direkt mit der großen Nachricht. Der Schwergewichtsboxer hat sein Profilbild bei WhatsApp gegen ein Plakat für den Mega-Kampf gegen Tyson Fury ausgetauscht. Für den 24-Jährigen wird schließlich ein Traum wahr. „Davon träumt man schon als kleiner Junge. Auf so einen Kampf habe ich immer hingearbeitet. Und jetzt darf ich in Las Vegas gegen einen Tyson Fury boxen“, schwärmt Schwarz. In der Nacht vom 15. zum 16. Juni werden die beiden aufeinandertreffen.

Am Freitag musste Schwarz sich genau wie sein Promoter noch bedeckt halten. Die Ankündung war Furys Manager Bob Arum vorbehalten. Und der gab den Kampf dann in der Nacht zum Sonntag während einer Veranstaltung in Costa Mesa in Kalifornien bekannt. Ein Boxabend, bei dem übrigens Deutschlands Trainerlegende Ulli Wegner mit Kubrat Pulev einen K.o.-Sieg gegen Bogdan Dinu feierte.

Schwarz hat nichts zu verlieren

K.o.-Siege pflastern auch die bisherige Karriere von Schwarz. Von seinen 24 Kämpfen beendete er 16 vorzeitig und verlor noch nie. Schwarz hat also Grund, selbstbewusst zu sein. „Fury ist ein großer Boxer. Trotzdem will ich auch meinen 25. Kampf gewinnen. Ich habe in diesem Duell nichts zu verlieren.“

Verlieren ist auch ein Fremdwort für den 30-jährigen Engländer. Fury gewann neben einem Remis 26 seiner 27 Kämpfe, 19 davon durch K.o. Der spektakulärste Triumph war der über Wladimir Klitschko im November 2015. Ein Jahr später gab Fury seine WM-Gürtel zurück und wollte ungeschlagen abtreten.

Im Dezember 2018 meldete er sich mit einem Unentschieden gegen WBC-Champ Deontay Wilder spektakulär zurück und teilte auch verbal schon wieder kräftig aus. „Ich will Amerika knacken“, kündigt Fury einen spektakulären Kampf an und ergänzt für ihn völlig ungewöhnlich moderat: „Tom Schwarz ist ungeschlagen, jung, frisch und ehrgeizig.“

Werbung für SES-Stall

Dieser Ton dürfte sich in den nächsten drei Monaten aber gewaltig ändern. Fury ist absoluter Meister im verbalen Zermürben seines Gegners. Promoter Ulf Steinforth weiß: „Neben der körperlichen Fitness muss Tom auch da auf alles gefasst sein. Mit vielen Psychotricks hat Fury ja auch Klitschko fertig gemacht.“

Neben einer finanziellen Traumgage in Millionenhöhe ist so ein Kampf für Schwarz und SES auch Werbung pur. Steinforth: „Tom hat schon gewonnen, bevor er in den Ring steigt. Axel Schulz kannte damals in Amerika vor dem Kampf gegen George Foreman auch keiner. Dann haben ihn alle geliebt.“

TV-Rechte gesichert

Und der Kampf wird auch in Deutschland zu sehen sein. Steinforth: „Wir haben uns natürlich die Rechte für den hiesigen Markt gesichert. Welcher Sender übertragen wird, ist aber noch völlig offen.“