Magdeburg l Am Rathaus legten sogar die Politessen beim Knöllchenschreiben eine Pause ein. Sie wünschten den Jungs vom SES-Boxstall alles Gute für ihren Kampftag am Sonnabend. Die Boxer hatten ihren Fototermin vor dem Ratskeller und hielten danach die große Pressekonferenz für den Kampfabend ab.

Beide Boxer ungeschlagen

Im Mittelpunkt stand Tom Schwarz, der gegen den Mexikaner Julian Fernandez seinen WBO-Interconti-Gürtel verteidigen will. Beide Boxer sind ungeschlagen. Schwarz beendete 13 seiner 21 Kämpfe vorzeitig, sein Gegner acht von elf. Eine der beiden Bilanzen bekommt also den ersten Fleck. Denn ein Unentschieden hält keiner für wahrscheinlich.

Dass Fernandez sogar von einem vorzeitigen Ende des Kampfes spricht, zaubert Schwarz allerdings nur ein Lächeln ins Gesicht. „Wenn er sich dabei meint, dann wird das wohl so kommen. Denn wir sind beide offensiv ausgerichtet. Da ist es eher unwahrscheinlich, dass es über die vollen Runden geht“, sagte der Magdeburger.

SES-Boxer Tom Schwarz ist topfit

Neben Ulli Kaden wurde auch noch René Friese als Trainer geholt. Schwarz: „Wir haben noch an paar technischen Dingen gearbeitet. Jetzt kann der Kampf kommen. Körperlich fühle ich mich topfit.“

Dass ein gewisser Druck auf ihm lastet nach seinem letzten Kampf mit dem Eklat danach, lässt sich Schwarz nicht anmerken. Ende April wurde sein Gegner Senad Gashi in der sechsten Runde disqualifiziert, was nach Kampfende zu einer wilden Prügelei im Ring führte. Für Schwarz ist das abgehakt. Aber er weiß: „Dieses Mal muss und werde ich einen überzeugenden Kampf liefern. Ich werde ordentlich Druck machen und will den Fans am Ring etwas bieten.“

Wichtig dabei ist, dass sich der 1,97 Meter große Kämpfer nicht provozieren lässt und seine Kampfstrategie cool durchzieht. Coach Kaden erklärt: „Boxen ist in erster Linie Kopfsache. Tom ist aber erst 24 Jahre alt. Für einen Schwergewichtler ist das sehr jung. Deshalb ist dieser Kampf für ihn ein weiterer Schritt hin zu einem richtig großen Fight. Denn im Schwergewicht bist du eigentlich erst mit 26, 28 richtig reif. “

Sein Gegner machte aber selbst beim ersten „Staredown“, dem mit bösem Blick fototrächtigem Gegenüberstehen, nicht den Eindruck, als würde er auf Provokationen im Ring aus sein. Schwarz staunt: „Auf den Videos, die ich von ihm gesehen habe, wirkt er viel mächtiger.“

Mexikaner kein Sprücheklopfer

Auch im Auftreten ist der 25-jährige Mexikaner eher zurückhaltend und überzieht auch nicht mit großen Sprüchen. Ohne die Fotoshootings und Interviews hätte man hinter ihm eher einen netten Touristen vermutet, der sich Magdeburg anschaut. Fernandez: „Ich bin das allererste Mal überhaupt in Deutschland und sehr beeindruckt. Vor allem von der Sauberkeit auf den Straßen und den freundlichen Leuten.“

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