Halle l Dominic Bösel behält seinen EM-Gürtel im Halbschwergewicht. Gegen den Kosovaren Timy Shala machte der 29-Jährige in der achten Runde vorzeitig Schluss. Vor vier Jahren hatte er schon einmal gegen diesen Gegner geboxt. Damals entschied er den Fight nach Punkten für sich. Am Sonnabend war nur die Frage, in welcher Runde der Freyburger den Kampf vorzeitig beendet.

Vor 2600 Zuschauern in der ausverkauften Erdgas-Sportarena Halle musste Shala bereits in der 1. Runde angezählt werden. Und auch in den Runden danach war Bösel ganz klar der Chef im Ring. Und wenn er es doch mal lockerer anging, kam aus der Ecke von Trainer Dirk Dzemski sofort das Kommando "Bewegen". So zermürbte der 29-Jährige seinen Gegner, landete auch mit der Führhand immer wieder Treffer.

Vorzeitiges Ende in Runde 8

So hätte er schon in der 4. Runde mit noch energischerem Nachsetzen den Kampf vorzeitig beenden können, verschonte seinen Gegner aber. Nach zwei durchwachsenen Runden schaltete Bösel erst in Runde sieben wieder auf Attacke und schickte ihn kurz vor Rundenende auf den Ringboden. Und in der 8. Runde ging er sofort richtig auf seinen Gegner los. Dem Ringrichter blieb nach 36 Sekunden nichts anderes übrig, als den Fight vorzeitig zu beenden. "Habe mich gut gefühlt, aber nicht gut geboxt. Dann habe ich gesehen, dass er müde ist und bin energischer dazwischen", so Bösel trotz des Sieges sehr selbstkritisch.  

Kolaj sagte Kampf ab

Ursprünglich sollte Bösel seinen Titel gegen Orial Kolaj verteidigen. Doch der Italiener sagte in der Nacht zu Sonnabend den Kampf ab. Nachdem er noch beim Wiegen gute Figur machte, hatte er plötzlich Beschwerden an den Rippen und fühlte sich nicht fit genug. Über Nacht musste also ein neuer Gegner her. Und er wurde mit Timy Shala schnell gefunden. Der 33-jährige lebt und trainiert in Wien. Und als Nummer zehn der EBU-Rangliste bekam er auch sofort grünes Licht für den Kampf.

Meinke verteidigt Gürtel

Zuvor verteidigte Nina Meinke ihren EM-Titel im Federgewicht. Die Berlinerin aus dem SES-Boxstall hatte allerdings mit der Französin Helene Lascombe mehr Mühe als erwartet. Am Ende gab es zwar einen einstimmigen Punktsieg (97:94, 99:91, 97:94), aber die 26-Jährige musste gegen eine zähe Gegnerin mehr Treffer als sonst in ihren Kämpfen einstecken. Meinke: "Schön, dass ich den Gürtel verteidigen konnte. Aber es gibt natürlich schon noch etwas zu verbessern. Ich war in diesem Kampf zu ungeduldig und wollte in einigen Situationen zu viel."

Kadiru gewinnt mit K.o.

Zweiter Profikampf, zweiter Sieg - Peter Kadiru zeigte eindrucksvoll sein großes Talent. Der 21-Jährige beherrschte das Duell gegen Vincenzo Arangio Febbo ganz klar und beendete in der 4. Runde nach 52 Sekunden den Fight im Schwergewicht mit einem krachenden Niederschlag. Kadiru: "Ein schönes Gefühl. So etwas zu erleben, ist schon toll", freute sich Kadiru, der beim Danke an die Fans in seiner Aufregung erst einmal Halle mit Magdeburg verwechselte. 

Tom Dzemski siegt nach Punkten

Auch Tom Dzemski kletterte zufrieden aus dem Ring. In seinem zwölften Profikampf kam er zu einem einstimmigen Punktsieg gegen Josef Jurko (Slowakei). "Ich habe mich einige Male aber taktisch dumm angestellt. Aber unterm Strich bin ich zufrieden", so der Sohn des SES-Trainers.