Magdeburg l Der Uhrzeiger hatte sich schon in den Sonntag bewegt, als SES-Promoter Ulf Steinforth ein neues Zeitalter im deutschen Schwergewichtsboxen ankündigte. Auf der Bühne des VIP-Raumes schaute er nach links, schaute nach rechts und war umringt von Agit Kabayel, Tom Schwarz und Peter Kadiru rundum glücklich. Steinforth: „Ich bin super, super stolz, dass ich diese drei Jungs unter Vertrag habe. Unterschiedlicher können sie auch kaum sein. Aber das steht für Deutschland und mir geht dabei das Herz auf.“

Gemeint ist Kabayel, der in Leverkusen geboren ist und kurdische Vorfahren hat. Dann Schwarz, ein Kind aus Sachsen-Anhalt. Und Kadiru, ein gebürtiger Hamburger, dessen Eltern aus Ghana kamen. Und alle vereint ein großes Ziel – irgendwann Weltmeister werden.

Kabayel widmet Sieg auch Markus Beyer

Kabayel ist diesem Traum durch den klaren Punktsieg gegen Andrij Rudenko einen großen Schritt näher gekommen. 119:108, 117:110, 116:111 werteten die Punktrichter. „Vor kurzem ist mein Onkel gestorben. Ihm widme ich diesen Sieg ebenso wie den verstorbenen Markus Beyer und Graciano Rocchigiani“, erklärte Kabayel noch im Ring.

Rudenko lag schon am Boden

In Runde sechs hatte der 26-Jährige seinen Gegner mit einem Leberhaken sogar zu Boden geschickt. Und auch in den Runden danach sah es mehrfach danach aus, dass Kabayel den Kampf vorzeitig beenden kann. Aber Rudenko zeigte wie in all seinen 35 Profikämpfen zuvor große Nehmerqualitäten und hielt bis zum Ende durch. Kabayel: „Ich glaube, dass er nach dem Niederschlag sogar aufgeben wollte, aber seine Ecke ihn noch mal motiviert hat. Schade, ein Knockout wäre ein weiteres Signal an die Boxwelt gewesen. Aber auch so hat mir der Kampf gezeigt, dass ich für ganz oben bereit bin. Auch wenn meine Deckung immer noch ausbaufähig ist.“

Schwarz mit Knockout

Das gilt auch für die Gegner von Tom Schwarz. Der 24-Jährige knockte seinen Kontrahenten Krstijan Krstacic schon in der zweiten Runde mehrfach an und nach 2:45 Minuten war der Kampf dann komplett beendet. Im letzten September war gegen den Mexikaner Julian Fernandez ebenfalls in Runde zwei Feierabend. Und im November gewann Schwarz in Runde sechs gegen Christian Lewandowski durch Knockout.

Schwarz bewies also erneut, dass er das K.o.-Gen in sich hat und bei einem angeschlagenen Gegner gnadenlos nachsetzt. Schwarz: „Jetzt mal einen Gegner zu bekommen, der länger steht, wäre schon schön.“ Möglicherweise darf sich Schwarz demnächst gegen den zähen Rudenko beweisen. „Erst einmal geht es jetzt in die Sonne“, so Schwarz, der wie schon nach seinem letzten Kampf in Ägypten die Fäuste baumeln lässt.

Kadiru zeigt sein Talent

Hochzufrieden ist man bei SES auch über das Profi-Debüt von Kadiru, der einen einstimmigen Punktsieg gegen den Polen Artur Kubiak landete. Steinforth lobte: „Das hat der Junge richtig clever und unaufgeregt gemacht.“