Magdeburg l Für Dzemski waren die letzten Monate nicht einfach. Der Trainer des SES-Boxstalls musste sich zurückziehen, weil Operationen an beiden Händen nötig geworden waren. Aber jetzt ist seine Boxwelt wieder in Ordnung. Ein Bescheid der Berufsgenossenschaft erlaubt dem 46-Jährigen, bei der Box-Gala am Sonnabend in der Magdeburger Stadthalle wieder in der Ringecke zu stehen.

Trainer hat Sondergenehmigung

Dzemski ist erleichtert: „Dafür bin ich sehr dankbar. Die Jungs sind mir über Jahre ans Herz gewachsen. Wenn ich ihnen jetzt während der Kämpfe nicht helfen könnte, dann wäre das eine Katastrophe.“ Auch für die Boxer, die sich ja an ihren Trainer gewöhnt haben. Dzemski: „In unserem Sport ist vieles individuell. Da muss zwischen Boxer und Trainer alles passen. Gerade in Stresssituationen ist es wichtig, dass ein Trainer weiß, wie sein Kämpfer tickt.“

Deshalb wird er Halbschwergewichtler Adam Deines, Cruisergewichtler Jürgen Uldedaj und seinem Sohn Tom im Halbschwergewicht bei ihren Kämpfen betreuen. „Die sind im Training alle in guten Händen. Aber wenn man in Stresssituationen in den Ringpausen reagieren muss, ist doch eine gewisse Erfahrung gefragt.“

Sohn Tom ist auch dabei

Sein Sohn will gegen den Tschechen Vilem Farkas den nächsten Schritt machen. Bisher hat der 21-Jährige alle seine neun Profikämpfe gewonnen, mit schweren Körpertreffern meist vorzeitig. Uldedaj steigt gegen Morgan Dessaux in den Ring. Der 36-jährige Franzose ist ein ehemaliger Kick-Boxer.

„Ein richtiger Krieger“, sagt Dzemski. „Nach Jürgens Verletzungspause soll er sich über diesen Sechs-Runden-Kampf in Form bringen, um im November um einen Titel kämpfen zu können.“

Von Deines überzeugt

Noch größer sind die Erwartungen an Deines im Kampf gegen den Spanier Mustafa Chadlioui. Dzemski: „Bei Adam hat es gut eineinhalb Jahre gedauert, bis wir uns aneinander gewöhnt haben, ich weiß, wie er tickt, und er weiß, was ich von ihm will. Sein Gegner ist zwar ein echter Kämpfer, der sich reinbeißt. Aber er hat nicht die boxerische Qualität wie Adam. Weil er gerne nach vorne geht, kann das auch alles sehr schnell gehen.“

Wenn alles nach Plan läuft, soll der 27-Jährige auf den Sieger des Duells zwischen Dominic Bösel und Enrico Kölling treffen. „Ich bin mir sicher, dass er beide schlägt“, sagt Dzemski.

Zweite OP noch offen

Dann würde der Chefcoach des Magdeburger SES-Stalls gerne auch wieder im Training richtig mitwirken können. Dzemski: „Der rechte Daumen ist soweit okay. Und am nächsten Dienstag schauen wir per Arthroskopie, ob eine größere Operation an der linken Hand viel Sinn macht.“