Berlin/Magdeburg l Die 3300 Zuschauer im Estrel Berlin hatten am Sonnabend (21. April) wahrscheinlich einen anderen Ausgang der SES-Boxgala erwartet. Nachdem Agit Kabayel den Serben Miljan Rovcanin in der dritten Runde durch technisches K.o. besiegte und somit erfolgreich seinen Europameister-Titel im Schwergewicht verteidigte, war alles bereit für einen weiteren spannenden Schwergewichtskampf.

Doch SES-Boxer Tom Schwarz und sein Gegner Senad Gashi (Zweibrücken), die sowohl um den WBO-Inter-Conti-Titel als auch die deutsche Meisterschaft im Schwergewicht kämpften, sorgten im Ring stattdessen für einen Eklat.

Unschöne Szene

Die Emotionen kochten bereits in der zweiten Runde hoch, als es zu folgender unschöner Szene kam: Senad Gashi drängte Tom Schwarz in die Ecke, tauchte ab und versetzte Schwarz dann einen Kopfstoß von unten ans Kinn, woraufhin dieser zusammensackte. Erst nach über fünf Minuten konnte der Kampf fortgesetzt werden. Schwarz sagte danach, er sei in diesem Moment für kurze Zeit bewusstlos gewesen. Gashi bekam für die Aktion zwei Punkte Abzug.

Bilder

Laut SES-Trainer Dirk Dzemski hätte der Kampf bereits hier abgebrochen werden müssen: „Nach so einem Foul in der 2. Runde beendet man eigentlich den Kampf. Aber die Regel wäre gewesen, dass wir verloren hätten. Dann wäre der foulende Boxer auch noch belohnt worden. Das kann nicht sein. Deswegen hat Tom weitergeboxt. Da war dann so viel Dramatik und Emotion drin gewesen. Das war dann kein schönes Boxen mehr“, sagte Dzemski gegenüber dem MDR.

Provokationen und Kopfstöße

Der Kampf war anschließend geprägt von Provokationen und Nickligkeiten. Schwarz stütze sich immer wieder auf seinem Gegner auf, Gashi schlug seinem Gegenüber mehrmals nach Rundenende auf den Hinterkopf. Und er fiel erneut mit Kopfstößen auf: In der vierten Runde gab‘s dafür wieder zwei Punkte Abzug, in der sechsten Runde blieb Referee Frank-Michael Maas nur die Verkündung der Disqualifikation Gashis.

Schluss war damit aber noch lange nicht: Als Gashi sich danach vor Schwarz aufbaute, kam es in Folge zu einer Massenschlägerei. Denn nicht nur die beiden, sondern auch Betreuer und Security-Beauftragte griffen in die Prügelei ein. Dass Tom Schwarz seinen Titel verteidigte und amtierender Deutscher Meister ist, war an diesem Abend nur noch ein Randaspekt. Die Zuschauer taten ihren Unmut darüber mit Pfiffen und Buh-Rufen kund, auch als Schwarz seine Gürtel entgegennahm.