Magdeburg l Die 2000 Fans in der Magdeburger Stadthalle hielt es kaum auf ihren Sitzen. Robin Krasniqi und Stefan Härtel boten einen unglaublichen Kampf um die EM-Krone im Supermittelgewicht. Am Ende siegte Härtel nach Punkten mit 117:112, 116:112 und 115:113. Der Berliner boxte clever und landete viele klare Treffer, obwohl Krasniqi trotz eines Cut am rechten Auge immer im Vorwärtsgang war. Härtel: "Ich wollte meinen großen Worten auch große Taten folgen lassen." Krasniqi erkannte die Niederlage auch an. "Stefan war heute der Bessere. Der Cut hat mich sehr behindert. Auf dem rechten Auge habe ich dadurch kaum noch etwas gesehen."

Uldedaj siegt mit gebrochener Hand

Jurgen Uldedaj durfte sich über seinen zweiten Titel als Profi freuen. Der SES-Cruisergewichtler schlug Krzysztof Twardowski aus Polen klar nach Punkten (drei Mal 97:93) und ist damit auch in der WBC neuer Junioren-Weltmeister. Im Dezember hatte er sich schon in der WBO diesen Gürtel erkämpft. Der Sieg in der Stadthalle war aber mit vielen Schmerzen verbunden. Uldedaj hatte sich nämlich in Runde vier die rechte Hand gebrochen und wollte schon vorzeitig das Handtuch werfen. Uldedaj: "Mein Trainer Dirk Dzemski hat mich aber immer wieder angetrieben. Danke, Coach." Und Dzemski lobt: "Sechs Runden nur mit einer Hand richtig agieren zu können, ist schon stark. Vor allem, weil Jurgen dabei auch nie in echte Probleme kam."    

Punktsieg für Kadiru

Schwergewichtshoffnung Peter Kadiru musste gegen den Italiener Paolo Iannucci über alle sechs Runden gehen und landete am Ende einen klaren Punktsieg. Anders als in Halle vor einem Monat, als er mit einem krachenden K.o. gewann und sich beim Danke ans Publikum einen Versprecher leistete, dankte er dieses Mal auch am richtigen Ort den Magdeburgern und schob in der Stadthalle ein Sorry an Halle hinterher. Dass er sich kurzfristig auf einen neuen Gegner einstellen musste, war für ihn kein Problem. Kadiru: "Das bin ich aus meinen Amateurzeiten gewohnt. Da stand der Gegner auch manchmal erst am Tag davor fest."

In den Kämpfen davor setzten sich die SES-Boxer Nenad Stancic im Leichtgewicht mit K.o. gegen Attila Cserekiye (Ungarn), Michael Eifert im Halbschwergewicht nach Punkten gegen Stanislav Eschner (Tschechien), Elvis Hetemi im Supermittelgewicht nach Punkten gegen Siarhei Khamitski (Weißrussland) und Roman Fress im Cruisergewicht ebenfalls nach Punkten gegen Mateusz Kubiszyn (Polen) durch.  

Promoter Steinforth geehrt

Am Ring dicht umringt war Axel Schulz. Der Ex-Schwergewichtler gab vor dem Hauptkampf zur großen Freude der Fans fleißig Autogramme. Bejubelt wurde auch SES-Promoter Ulf Steinforth, der vom Bund Deutscher Berufsboxer als Promoter des Jahrzehntes geehrt wurde. Mit Nina Meinke und Dominic Bösel kommen auch die Boxerin und der Boxer des Jahres aus dem SES-Stall.