Halle l Der SES-Boxabend hatte in der Messe-Arena noch mehr vorzeitige Siege zu bieten. Nachdem Supermittelgewichtler Stefan Härtel seinen gegen Robin Krasniqi gewonnenen EM-Gürtel niedergelegt hatte, weil er statt einer Pflichtverteidigung einen Rückkampf mit seinem SES-Stallgefährten vereinbart hatte, darf sich der Berliner aber nun WBO-Interconti-Champion nennen. Weil er seinen Gegner David Zegarra fünf Runden lang klar beherrschte, kam der Peruaner zu Beginn der sechsten Runde gar nicht mehr aus seiner Ecke. „Schade, ich habe mich gut gefühlt und hätte gerne noch ein bisschen weiter geboxt“, sagte Härtel. „Mein ganz großes Ziel bleibt ein WM-Gürtel.“

Sechster Sieg für Kadiru

Das hat sich auch Peter Kadiru auf seine Handschuhe geschrieben. Mit seinem sechsten Sieg im sechsten Profikampf kommt der 22-jährige Schwergewichtler diesem Ziel einen weiteren Schritt näher. Pedro Martinez aus Venezuela war gegen Kadiru chancenlos und kam nach der 4. Runde aus einer Ecke nicht mehr zurück. Damit darf sich Kadiru den zweiten K.o.-Sieg in seinen Kampfrekord eintragen. „Vorzeitig zu gewinnen ist immer schön“, freute sich das Kraftpaket aus Hamburg.

ESPN war live dabei

Das Duell des Jugend-Olympiasiegers von 2014 wurde auch live in den USA übertragen. Der Sportsender ESPN hatte einen Deal mit SES und dem MDR abgeschlossen und die letzten drei Kämpfe aus Halle übertragen. SES-Promoter Ulf Steinforth: „Mehr Werbung für das deutsche Boxen und unsere Jungs geht nicht.“

Nur Rabii gewann über die Punkte

Den ersten Kampf des Abends bestritt Erik Pfeifer gegen den Bosnier Adnan Redzovic im Schwergewicht. Der Hamburger gewann vorzeitig in Runde sechs und sicherte sich den EM-Gürtel der WBO. Danach machte Roman Fress im Cruisergewicht gegen David Vicena (Tschechien) kurzen Prozess und gewann nach nur 87 Sekunden mit K.o. Im Halbschwergewicht gab Tom Dzemskis Gegner Zoltan Sera aus Ungarn zu Beginn der 4. Runde auf. Und Mohammed Rabii landete im Superweltergewicht gegen Jesus Gurrola aus Mexiko einen Punktsieg.