Magdeburg l Boxen mitten im Hotel hat natürlich einen Hauch von Las Vegas. Und dieses besondere Flair wissen die Box-Fans auch zu schätzen. „Wir sind ausverkauft“, vermeldete gestern SES-Promoter Ulf Steinforth einen mit 1500 Zuschauern rappelvollen großen Saal des Hotels mitten im Zentrum der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt.

Kabayel mit großem Respekt

Während Tom Schwarz wie gewohnt vor dem Kampf auch schon kräftig Sprüche austeilt, geht Agit Kabayel seinen Kampf um die EM-Krone (ab 22.30 Uhr im MDR) eher zurückhaltend an. „Ich habe Respekt vor jedem Gegner und bereite mich deshalb auf jeden Kampf mit der gleichen Sorgfalt vor“, erklärte der 26-Jährige gestern bei der Pressekonferenz. Zwölf Wochen lang hat er sich auf seine dritte Titelverteidigung vorbereitet. Kabayel: „Ich habe gut trainiert, hatte vor allem gute Gegner beim Sparring. Jetzt freue ich mich auf Sonnabend. Da wartet auf mich wohl der schwerste Gegner, den ich bisher hatte“. Der Ukrainer Andriy Rudenko hat schon 35 Profikämpfe bestritten, nur drei davon verloren und ging dabei auch nie K.o. „Ich habe immer auf meine Deckung geachtet“, schmunzelte der 36-Jährige wohlwissend, dass Kabayel auch gerne mal die Hände unten lässt und dabei Spielchen im Ring veranstaltet.

Schwarz kündigt K.o. an

Tom Schwarz lässt dagegen keinen Zweifel daran, dass er seinen Kampf gegen den Kroaten Kristijan Krstacic (38) vorzeitig beenden wird. Schwarz: „Ich habe neben meiner Fitness auch viel im Kraftbereich getan. Meine Rechte ist jetzt noch härter geworden. Das wird nicht gut für meinen Gegner enden. Außerdem boxen wir in Magdeburg. Da sind auch wieder viele Fans von mir da.“ Da für sein Idealgewicht von 108 Kilo noch ein paar Gramm runter müssen, nutzte der 24-jährige Schwarz die Pressekonferenz im Trampolinpark „Sky Fly“ auch gleich, um ins Schwitzen zu kommen und hüpfte wie ein kleines Kind auf den Sprungflächen umher.

Krstacic war bis 2018 noch im Cruisergewicht unterwegs und bestritt erst zwei Kämpfe im Schwergewicht. Beim „Face to Face“, dem Gegenüberstehen und In-die-Augen-schauen, hielt er aber ordentlich dagegen. Weil selbst nach zwei Minuten keiner der beiden Kämpfer zuckte, beendete Steinforth das Duell der bösen Blicke zwischen Schwarz und Krstacic.