Dessau l Zum Glück sammelt Tom Schwarz nicht nur K.o.-Siege, sondern auch Sonnenbrillen. Dieses Hobby kommt dem Schwergewichtler nach seinem vorzeitigen Erfolg gegen Christian Lewandowski entgegen. Der SES-Boxer trug trotz seines Sieges erstaunlich viele Kampf-Spuren im Gesicht davon.

Schwarz zeigte Respekt

„Ich habe heute mal ein bisschen was abbekommen. Aber das gehört im Boxen dazu. So ist das nun mal im Schwergewicht“, sagte der 24-Jährige gelassen. Unterschätzt hatte er den Gegner nicht. Schwarz: „Auch wenn ich immer siegessicher bin, habe ich vor jedem Gegner Respekt. Und ich wusste, dass er seine Stärken hat. Nur eines wusste ich nicht. Dass er so hart schlagen kann ...“

Aus dem Ring nach Ägypten

Nur wenige Stunden nach dem Kampfabend flog Schwarz mit Freundin Tessa in den Urlaub nach Ägypten. „Nach meinem Kampf im September habe ich ja weiter trainiert und keine Auszeit genommen. Die brauche ich jetzt dringend, ich freue mich darauf, endlich ein bisschen entspannen zu können. Das Hotel dort ist der absolute Hammer. Ich kann von meinem Zimmer aus direkt in den Pool steigen. Und die paar Kratzer kann ich ja mit einer meiner vielen Sonnenbrillen verdecken.“

Trainer ist sauer

Wenn er auf seinen Trainer gehört hätte, dann hätte er die Sonnenbrillen nur für die Sonne gebraucht. Nach einer tollen ersten Runde wich Schwarz nämlich von der Taktik ab. „Er hat sich nicht mehr an unseren Plan gehalten und dann eher wilde Sau gespielt. Ich brauchte deshalb einige Rundenpausen, um ihn wieder auf Kurs zu bringen“, sagte Dirk Dzemski, der wieder als Trainer in der Ecke stand. In Runde sechs war Schwarz aber nicht mehr zu halten. Nachdem Lewandowski einige harte Treffer hatte einstecken müssen, ging Schwarz bedingungslos nach, so dass aus der anderen Ecke nach 135  Sekunden das Handtuch geflogen kam. Dzemski: „Wenn Tom finishen kann und Blut geleckt hat, dann ist er nicht zu stoppen.“