Las Vegas/Magdeburg l Die Nase schmerzt natürlich noch. Aber mit fast zwei Tagen Abstand zur Niederlage gegen Tyson Fury überwiegt bei Tom Schwarz eher der Stolz als der Frust. Am Sonntag hatte er sich mit seiner Verlobten Tessa, seiner Oma Elli und ein paar guten Freunden zurückgezogen. Da wurden die Wunden gekühlt und im Kopf noch mal der Kampf durchgespielt. Das Häuschen am Stadtrand hatte er ja schon vor dem Kampfabend geräumt. Die letzten zwei Nächte hat Schwarz im MGM Grand verbracht.

Schwarz freut sich auf seine Hunde

Gestern wurden dort die Koffer gepackt. „Ich freue mich jetzt riesig, dass es wieder nach Hause geht. Vor allem auf meine zwei Hunde. Ich kann es kaum erwarten, die endlich wiederzusehen“, sagte Schwarz vor dem Abflug. Von Las Vegas aus ging es zunächst mit dem Flieger nach Philadelphia und dann weiter nach Berlin Tegel. Heute Mittag sind Schwarz und seine Tessa dann wieder in Magdeburg bei ihren zwei Chihuahuas. Und dann muss erst einmal gegen den eigenen Körper der Kampf um richtigen Schlaf gewonnen werden.

Neun Stunden ist Las Vegas hinter der deutschen Zeit zurück. Über drei Wochen lang war Schwarz dort. Das braucht natürlich ein bisschen Zeit, um wieder in den deutschen Rhythmus zu kommen.

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Talkshow mit Schwarz

Am Freitag steht dann auch schon der nächste größere Termin an. Da wird der 25-Jährige in der MDR-Talkshow „Riverboat“ über seine Erlebnisse rund um den Kampf erzählen. Und selbst wenn er die Zeit zurückdrehen und wie vor drei Monaten noch einmal in das Büro von SES-Promoter Ulf Steinforth kommen könnte, würde er erneut Ja zu diesem Kampf sagen. Denn das Duell gegen Tyson Fury waren nicht nur die knapp zwei Runden im Ring. Rund um diesen Fight hat Schwarz auch als Mensch unheimlich viele Erfahrungen gesammelt. Wer ihn genauer beobachtete, hat deutlich gesehen, dass Schwarz durch das ganze Drumherum und Spektakel einen großen Schritt gemacht hat.

Fury mag Schwarz

Und ein weiterer wichtiger Schritt soll folgen. Über die Einladung von Tyson Fury musste Schwarz nicht lange nachdenken. Der Engländer hatte direkt nach dem Kampf schon im Ring angeboten, dass Schwarz zu ihm nach Manchester kommen kann, um zusammen zu trainieren. „Er ist erst 25 Jahre alt und ich mag ihn. Deshalb möchte ich ihm zeigen, wie er sich im Ring besser bewegen kann und aus ihm einen noch stärkeren Boxer machen“, sagte Fury. Und Schwarz hat auch schon Ja gesagt. SES-Sprecher Christof Hawerkamp bestätigte: „Eine einmalige Chance, die ja nur durch diesen Kampf entstanden ist. Irgendwie hat Fury einen Draht zu Tom gefunden. Jetzt müssen wir mal schauen, wann wir das genau angehen.“

Ein Kampf ist für Schwarz erst wieder im Herbst vorgesehen. Fury will dagegen dieses Jahr noch zwei Mal boxen, bevor im nächsten Frühjahr der Megakampf gegen Deontay Wilder kommen soll. Da gibt es also genug Möglichkeiten für Schwarz, auch als Sparringspartner Erfahrungen gegen Tyson Fury sammeln zu können.

SES-Crew bei Fury-Party

Dass der 30-Jährige nicht nur gut boxen und Show machen, sondern auch richtig nett sein kann, bekam SES nicht nur durch die Trainingseinladung zu spüren. Fury hatte nach dem Kampf die komplette Ecke von Schwarz zu seiner privaten Siegesparty eingeladen. Da lässt man sich natürlich auch nicht lange bitten. Cutman Jörg Hohmann bekam sogar vom Champ persönlich das VIP-Bändchen umgelegt. Bei SES wird jetzt gemunkelt, dass Hohmann dieses Bändchen wohl noch ein Weilchen als Erinnerung tragen wird.

Die Magdeburger Box-Crew kehrt aber nicht nur mit zahlreichen persönlichen Erlebnissen zurück. SES hat in Las Vegas ordentlich Werbung für sich gemacht. In den USA können die Box-Fans durch die Berichterstattung des Sportsenders ESPN mit Schwarz, Magdeburg und SES jetzt was anfangen. Hawerkamp: „Und die Verantwortlichen der Promoterfirma Top Rank wissen jetzt, dass sie mit uns einen verlässlichen Partner haben.“