Las Vegas/Magdeburg l Noch fünf Sekunden waren es bis zur zweiten Rundenpause. Aber Tom Schwarz hatte im Schwergewichts-Duell mit Tyson Fury viele schwere Schläge einstecken müssen, so dass Ringrichter Kenny Bayless den Schwergewichtskampf vorzeitig abbrach. Parallel kam im MGM Grand von Las Vegas aus der Ecke von Schwarz auch das weiße Handtuch als Zeichen der Aufgabe geflogen.

Schwarz mit angebrochener Nase

"Es tut mir leid. Aber ich habe alles gegeben und wollte gewinnen, deswegen bin ich offensiv reingegangen. Mich hinter einer Doppeldeckung zu verstecken können, hätte ich nicht mit meiner Ehre vereinbaren können", analysierte ein sichtlich gezeichneter Schwarz, der mit einer leicht angebrochenen Nase nach Deutschland zurückkehrt. Weil direkt nach dem Kampf aber nur ein Haarriss festgestellt wurde, muss operativ jedoch nichts gemacht werden.

Eingelaufen war er zum Song "One Love" von Bob Marley. Und dazu trug er wie beim A bis Z in der Volksstimme angekündigt einen Mantel mit Versace-Muster. Doch Tyson Fury stahl ihm da schon die Show. Der Engländer kam in einem Anzug mit den amerikanischen Farben zur Musik "Living in America" von James Brown einmarschiert.

K.o. in Runde zwei

Fury boxte dann beim 6 Uhr nach deutscher Zeit begonnenen Kampf auch mit einer Hose im US-Flaggen-Outfit und übernahm von Beginn an das Kommando. Durch den Ring tänzelnd deckte er Schwarz immer wieder mit Schlägen ein. Der Magdeburger musste fast ausschließlich die Hände in der Deckung halten. Als er in der zweiten Runde mutiger wurde und nach vorne ging, pendelte Fury die Schläge von Schwarz aber ganz cool mit seinem Körper aus.

Der 2,06 Meter große Box-Riese selbst hatte indes die Auslage gewechselt und Schwarz damit vor weitere Probleme gestellt. Nachdem der SES-Kämpfer nach einer harten Linken des Briten zu Boden musste und aus der Nase blutete, war der Kampf vorzeitig entschieden. Der 25-Jährige wollte zwar noch weiter kämpfen, aber das hatte keinen Sinn. Schwarz: "Die Schläge haben sich angefühlt wie Beton." Deshalb war SES-Promoter Ulf Steinforth froh, dass "es Tom gut geht und kein schwerer K.o. war. Daraus kann er nur lernen. Er hat gegen den Besten der Welt geboxt."

Einladung von Fury

Während Schwarz sich nach seiner ersten Niederlage im 25. Profikampf das Blut aus dem Gesicht wischen lassen musste, feierte der als Profi weiterhin ungeschlagene Fury seinen Sieg ausgelassen aber fair. "Guten Abend, Deutschland. Ich bin der Weltmeister aus Großbritannien", grüßte der 30-Jährige auf Deutsch. Und dann verriet er noch, was er seinem geschlagen Gegner nach Kampfende angeboten hat. Fury: "Ich habe ihn eingeladen, nach Manchester zu kommen und mit mir zu trainieren. Ich mag ihn, will ihm beibringen, wie man sich richtig bewegt und damit einen besseren Boxer aus ihm machen."

Promis am Ring

Wenn in Las Vegas geboxt wird, geben sich natürlich auch viele Promis die Ehre. So saßen unter anderem Ex-Basketball-Star Shaquille O’Neal und Ex-Box-Schwergewichtsweltmeister Evander Holyfield am Ring.

Ehre für Axel Schulz

Vor 24 Jahren hatte Axel Schulz ebenfalls im MGM Grand von Las Vegas gekämpft und wurde im Duell mit George Foreman eher betrogen. Als Entschuldigung dafür bekam Schulz am Rande des Schwarz-Kampfes von der IBF einen Ehrengürtel überreicht.

Kadiru feiert klaren Sieg

Peter Kadiru bringt dagegen aus den USA seine weiße Weste zurück. Der SES-Schwergewichtler kam im Duell mit dem US-Amerikaner Juan Torres zu seinem 4. Sieg im 4. Kampf. In dem auf vier Runden angesetzten Fight, entschied der 21-Jährige alle Durchgänge für sich. Kadiru: "Ich bin einfach nur froh, dass ich hier boxen durfte. Das war eine Megaerfahrung. Und ich würde mich freuen, wenn ich hier noch einmal boxe, vielleicht irgendwann im Hauptkampf."