Tirana/Magdeburg l Einmal musste Ulf Steinforth an diesem Kampfabend in Albaniens Hauptstadt Tirana so richtig die Luft anhalten. Als sein bulliger Cruisergewichtler Jurgen Uldedaj von Supermittelgewichtler Elvis Hetemi geschultert wurde, schaute der SES-Promoter etwas skeptisch. Doch der Freude im Magdeburger Boxstall konnte das keinen Abbruch tun.

Einstimmiger Punktsieg

Mit einem einstimmigen Punktsieg, alle drei Juroren werteten 98:91, holte sich der 21-jährige Uldedaj gegen Nicolas Leandro Arganaraz den Junioren-Weltmeistertitel des Verbandes WBO. In Runde zwei von insgesamt zehn Runden hatte Uldedaj den Argentinier schon auf dem Ringboden. „Ich bin absolut begeistert. Das hat Jurgen richtig gut gemacht. Aber auch sein Gegner war stark, so dass der Kampf für mich unter den Top zehn ist, die ich als Promoter ausgerichtet habe“, erklärte Steinforth gestern vor der Heimreise nach Magdeburg.

Der neue Champ blieb hingegen noch in Tirana, macht dort noch paar Tage Urlaub. Uldedaj ist ja in Albanien geboren. „Der größte Kampf und größte Sieg in meiner Profikarriere“, sagte er. „Schön, dass sich die Fans hier so gefreut haben und ich keinen enttäuscht habe.“

Krasniqi auch am Ring

Der Druck war schließlich groß. In der Olimpik Arena stieg Uldedaj vor 1700 Zuschauern, darunter auch Ex-Profi-Boxer Luan Krasniqi, erstmals als Hauptkämpfer in den Ring – und dazu noch das Heimspiel mit großen Erwartungen der Fans. Uldedaj: „Das konnte ich aber ganz gut ausblenden und war voll fokusiert. Denn diesen Titel wollte ich unbedingt.“

Weitere WM-Gürtel sollen her

Schließlich liegt hinter dem jungen Boxer auch schon eine gewisse Leidenszeit. In zweieinhalb Jahren musste er sich mit zwei langwierigen Verletzungen herumplagen. Jetzt hat er nach dem zehnten Sieg im zehnten Profi-Kampf aber Lust auf noch mehr Gürtel im Juniorenbereich. Nach der WBO will Uldedaj auch in anderen Verbänden auf den Nachwuchs-Thron, bevor er dann auch im Männerbereich angreifen will.

WM-Titel im Junioren-Bereich haben bei SES schon eine gute Tradition. Auch Robert Stieglitz, Dominic Bösel und Tom Schwarz haben dort ihre ersten großen internationalen Titel geholt.