Magdeburg l Gott sei Dank ist Florian Wellbrock ein Frühaufsteher. Wenn am Freitagmorgen um 8 Uhr (5 Uhr MESZ) der Freiwasser-Weltcup über zehn Kilometer in Abu Dhabi gestartet wird, „bin ich mit Sicherheit auch fit“, sagt der Schwimmer vom SC Magdeburg. Das wäre nicht nur ihm, sondern auch den Teamgefährten Finnia Wunram, Rob Muffels und Marcus Herwig zu wünschen. Denn in Abu Dhabi, direkt im Hafen des Segel- und Yachtclubs, geht es erstmals um die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2019. Und dann gilt es für jeden Schützling von Trainer Bernd Berkhahn, im Idealfall als bester deutscher Starter abzuschneiden.

Es wird nicht nur früh, es wird auch heiß in den Emiraten. „Mehr als 30 Grad in der Luft und knapp unter 30 Grad im Wasser“, ist sich Wunram sicher. „Das heißt, vor und während des Wettkampfs viel trinken und Mineralien aufnehmen“, ergänzt die 22-Jährige. Wie beim letzten Weltcup im September in Chun‘An, als ähnliche Bedingungen herrschten. „Da hat es gut geklappt, deshalb bin ich zuversichtlich, dass es in Abu Dhabi genauso wird.“ Wunram wurde in China Fünfte, Muffels sogar Dritter.

Muffels voller Vorfreude

Und der 23-Jährige klingt voller Vorfreude. „Die Vorbereitung lief wie am Schnürchen, das Höhentrainingslager in der Sierra Nevada war sehr effektiv“, berichtet er über die vergangenen Wochen. Er sei auf dem Niveau des Frühjahres, als er in Doha Achter wurde.

Muffels blickt bereits etwas weiter voraus. „Die Bedingungen in Abu Dhabi werden knifflig aufgrund der hohen Temperaturen, aber das ist zugleich die beste Vorbereitung auf Südkorea und Japan.“ Auf die WM in Gwangju im nächsten Juli und Olympia in Tokio 2020.

Das sind auch die Bedingungen für Marcus Herwig. Hatte er in diesem Jahr doch einige Probleme bei den Rennen im Neopren-Anzug. „Mit der Wärme komme ich klar: einfach Sonnencreme nutzen und vorher Schatten suchen, um nicht zu viel auszuschwitzen.“ Auch seine Vorbereitung „lief von Tag zu Tag besser“, so der 22-Jährige: „Die letzten Wochen waren hart, aber das hat mich auch weiter nach vorne gebracht.“

Keine taktischen Spielchen

Wellbrock indes musste sich in den ersten Trainingseinheiten im Persischen Golf nicht nur an die Hitze, sondern auch ans Salzwasser gewöhnen. „Bislang bin ich ja nur im Süßwasser geschwommen“, erklärt er. Das aber sehr erfolgreich, wie der Weltcup im Balaton (Ungarn) im Mai gezeigt hat. Dort gewann er vor Olympiasieger Ferry Weertman (Niederlande). Der 21-Jährige ist gerade nach dem letzten Hallenmeeting in Kristiansand (Norwegen), als er unter anderem seine Kurzbahn-Bestzeit über 1500 Meter Freistil auf 14:29,27 Minuten verbesserte, optimistisch: „Meine Form spitzt sich zum Positiven zu.“

Zeit für taktische Spielchen ist in Abu Dhabi nicht mehr. „Ich werde mein Rennen so gestalten wie immer“, sagt Wunram – also von vorne. „Ich schließe eine Medaille nicht aus, aber letztlich kommt es darauf an, so viele Plätze wie möglich zur nächsten Deutschen zu lassen, um bei der zweiten Quali ohne Druck starten zu können“, erklärt sie zum Ziel der SCM-Starter. Das zweite Rennen steigt am 16. Februar in Doha. In der Summe der beiden Resultate fahren die beiden besten deutschen Frauen und Männer zur WM.

Weitere Artikel zum SC Magdeburg finden Sie hier.