Berlin/Samswegen l Diese Karriere sucht ihresgleichen: Siebenmal deutscher Einzel-Meister, Vize-Europameister im Stoßen und EM-Zweikampf-Dritter 2017 und Deutschlands Gewichtheber des Jahres 2017. Robert Joachim, der in der Bundesliga für den SSV Samswegen startet, hat vieles erreicht. Ein bedeutender Titel aber fehlt dem 32-jährigen Berliner noch in der Sammlung: der des deutschen Mannschaftsmeisters.

Mit seinem Stammverein, dem Berliner TSC, war Joachim dieser Erfolg bislang ebenso versagt geblieben, wie mit dem SSV. Im April 2018 reichte es für sein Bundesliga-Team nur zu Bronze in der Eliteliga.

Gut möglich, dass dieser Titel eines Tages noch kommt. International, das steht nun aber fest, wird es aber keine weiteren Erfolge geben. Robert Joachim gab nun das Ende seiner internationalen Karriere bekannt: „Nach langem Überlegen habe ich mich entschlossen, nur noch für mich selbst und meine Bundesliga-Auftritte in Samswegen zu trainieren“, erklärte der Oberfeldwebel der Bundeswehr gegenüber der Volksstimme. „Und ich würde gern auch in der Saison 2019/2020 weiter für Samswegen heben.“

Planungssicherheit für SSV

In einem langen Telefonat mit Frank Mantek, dem Sportdirektor des deutschen Verbandes BVDG, hatte sich Joachim erklärt. Mantek bedankte sich für Joachims jahrelanges Engagement. Für Wolfgang Webers Ohren ist Joachims Ankündigung hingegen Musik. Für den Sportlichen Leiter der Bördeheber gibt es nun Planungssicherheit: „Ich freue mich über Roberts frühzeitige Entscheidung. Er ist in unseren Planungen eine feste Größe.“

Joachim hatte nach dem Heimduell der Samsweger Mitte Dezember gegen den AC Chemnitz seiner langjährigen Partnerin Melanie auf der Bühne einen Heiratsantrag gemacht. Beide planen, im kommenden Jahr den Bund fürs Leben zu schließen. Doch bis dahin will der Heber, der noch bis Ende September der Bundeswehr-Sportfördergruppe angehört, seine berufliche Zukunft festzurren. „Da ich künftig weniger trainiere, orientiere ich mich mit Hilfe des Berufsförderungsdienstes der Bundeswehr beruflich. Ich könnte mir vorstellen, mich beim Zoll zu bewerben oder eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker aufzunehmen.“

Vorerst jedoch gilt die Aufmerksamkeit des 32-Jährigen dem nächsten Bundesliga-Auftritt. Am Sonnabend misst sich Tabellenführer Samswegen in der Oberlausitz mit Fortschritt Eibau. „Gegen Eibau habe ich immer recht gute Wettkämpfe gemacht“, sagt Joachim.

Samswegen ist aktuell in der Bundesliga-Ostgruppe Spitzenreiter. Platz eins wäre gleichbedeutend mit der Qualifikation zur Teilnahme am Bundesfinale Ende April.