Magdeburg l Der Deutsche Kanuverband hatte für gelangweilte Athleten ein besonderes Angebot: Bei einem Kochkurs durften sie am Montag vergangener Woche in die Welt der kulinarischen Köstlichkeiten eintauchen. Manche haben da sicher neue Gewürze für sich entdeckt. Womöglich auch Jasmin Fritz vom SC Magdeburg, deren Geruchssinn zwei Tage nach einer vermutlichen Lebensmittelvergiftung mit Fieber und Magen-Darm-Infekt sich soweit akklimatisiert hatte, um ganz die konservative Frauenrolle am Herd einnehmen zu können. „Das hat richtig Spaß gemacht“, sagt die 23-Jährige über das Küchen-Intermezzo.

Gekocht hat sie selbst dann nichts, auch nicht für ihren Lucas, der sie in jener Woche der WM-Vorbereitung in Duisburg besuchte. „Gekocht“ hat der Schützling von Eckhard Leue eher auf der Regattastrecke, auf der sich Fritz und Partnerin Steffi Kriegerstein im Zweier-Kajak über 500 Meter ein international konkurrenzfähiges Tempo antrainiert haben. „Kurz und knackig“ sind die Einheiten gewesen, erklärt sie. Mehr Intensitäten wurden gefahren. Oft nur über 350 Meter. Denn die Rechnung bei der Weltmeisterschaft in Szeged (Ungarn) ab Donnerstag geht so: warmes Wasser plus schöner Rückenwind gleich kürzere Strecke – gefühlt. Da wollen Fritz und Kriegerstein dabei sein, wenn sie um einen Olympia-Platz (Top-Sechs) kämpfen.

Schnellerer Start nötig

Gerade den Start müssen sie schneller gestalten als 2018, dem Debütjahr von Fritz in der Elite, der Premiere mit Kriegerstein im K2, in dem beide Bronze bei der EM und WM holten. „So wie damals wollen wir nicht wieder starten“, sagt Fritz zum WM-Rennen, in dem sie das Feld von hinten aufrollen mussten.

Kriegerstein hatte ja gewusst, „dass Jasmin nicht zu den Stärksten am Start gehört“, sagt die 26-Jährige. Trotzdem hatte sie die Magdeburgerin den verantwortlichen Trainern als Partnerin vorgeschlagen. „Ich musste mich zwar neu eintakten, hatte aber gleich gemerkt, dass das Boot sehr gut läuft.“

Sehr gut laufen soll es auch in Szeged. Beide sehen Weißrussland und Ungarn im Kampf um Gold. Aber beide sind auch überzeugt: „Der Kampf um Bronze ist offen.“ Nur die Frage nach der kulinarischen Versorgung in Szeged ist das nicht. Es gibt ganz sicher: Gulasch.