Szeged/Magdeburg l Lucas darf nicht mehr zu einem großen Event mitreisen. Zum zweiten Mal unterstützte er seine Freundin bei solchem an der Regattastrecke, zum zweiten Mal scheiterte seine Freundin im Halbfinale. Was Jasmin Fritz vom SCM am Sonnabend schmunzelnd erzählte, war bei den Kanu-Weltmeisterschaften in Szeged tatsächlich der bittere Ernst für den Zweier-Kajak über 500 Meter mit Fritz und Steffi Kriegerstein aus Dresden. Oder wie die 23-jährige Magdeburgerin es kurz und knapp formulierte: „Scheiß WM.“

Der zehnte Platz, der Sieg im B-Finale waren natürlich kein Trost für den verpassten Quotenplatz für die Olympischen Spiele. Auch die Zeit in dem kleinen Endlauf konnte Fritz nicht versöhnlich stimmen: 1:44,01 Minuten. „Die Zeit hat uns gezeigt, dass wir ins Finale gehört hätten“, sagte sie. Denn dort wären Fritz und die 26-jährige Kriegerstein mit diesem Resultat wie 2018 um Bronze gefahren beim Sieg der Weißrussinnen Wolha Chudsenka/Maryna Litwintschuk in 1:42,55 Minuten.

"Sind uns nicht treugeblieben"

Warum aber hatte es zwei Tage zuvor im Halbfinale nur zu Rang vier gereicht? „So schnell wie dort sind wir am Start noch nie gewesen“, sagte Fritz. Mehr als eine Sekunde schneller nämlich. Schneller mussten sie ja sein, aber das war wohl zu viel. „Wir sind uns nicht treugeblieben, weshalb wir unsere Stärke nicht ausspielen konnten“, erklärte sie mit Blick auf die WM 2018, als sie das Feld von hinten aufrollten. Aber statt das Tempo auf den letzten Metern zu erhöhen, mussten sie dem schnellen Angang Tribut zollen.

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Der Kampf um Olympia ist aber nicht vorbei. Zumindest nicht, wenn der Weltverband nach Auswertung der WM noch Startplätze anbietet. Dann haben Fritz/Kriegerstein vielleicht die Chance, im nächsten Jahr über ein Qualifikationsrennen sich ihren Platz in Tokio zu sichern. Die letzte Entscheidung, welche Damen dieses Rennen dann bestreiten dürfen, trifft allerdings der Deutsche Kanuverband (DKV). „Wir haben bei der WM gezeigt, dass wir auf keinen Fall die falsche Besetzung für den K2 waren“, sagte Fritz, die nach dem B-Finale von Heimtrainer Eckhard Leue, ihren Eltern und Freund Lucas getröstet wurde.

Müller belegt Rang 14

Getröstet musste Michael Müller nicht werden. Und mit Gedankenspielen rund um Olympia muss sich der 26-Jährige ebenso wenig auseinandersetzen. Müller hat am Sonntag im nichtolympischen Canadier-Einer über 200 Meter Rang fünf im B-Finale und den 14. Gesamtplatz in 43,61 Sekunden belegt. Den Endlauf hatte er mit Platz fünf in der Vorschlussrunde verpasst. „In Anbetracht der kurzen Vorbereitung war es für mich eine gute WM “, sagte der Schützling von Detlef Hummelt. „Aber ich hatte mir eine bessere Platzierung gewünscht.“