Magdeburg l Yul Oeltze pflegt sein öffentliches Bild nicht mehr nur intensiv auf dem Wasser, sondern neuerdings auch verstärkt in den sozialen Internetmedien. Regelmäßig schreibt er zum Beispiel einen Text auf seiner Facebook-Seite, zuweilen philosophisch angehaucht, immer seinen Alltag erklärend. Im Umgang mit diesen Medien „habe ich mir von meiner neuen Sportagentur einige Tipps geholt“, berichtet der Canadier-Fahrer vom SC Magdeburg. Seit Fe- bruar wird er von Klaus Kärcher und seiner Agentur Vitesse vermarktet. Aber für seine Vermarktung möchte er natürlich auch selbst einiges tun. „Ich bin noch aktiver geworden im Internet“, bestätigt Oeltze.

Nach der ersten Weltcup-Qualifikation des Deutschen Kanuverbandes (DKV) am zweiten April-Wochenende hat der 25-Jährige ein Bild veröffentlicht, in dem er lachend in seinem Boot sitzt und zur Bahn neben ihm schaut. Dort fuhr Peter Kretschmer, sein Zweier-Partner aus Leipzig. Und Kretschmer fuhr in jenem Rennen über 250 Meter zum Sieg vor dem Magdeburger. „Wir haben gelacht und uns gefreut, dass wir als Erste ins Ziel gefahren sind“, beschreibt Oeltze den festgehaltenen Augenblick. „Das war der schönste Moment, der das Wochenende geprägt hat.“ Und der ihn optimistisch zur zweiten Qualifikation vom 26. bis 28. April wiederum in Duisburg blicken lässt.

Duell mit Brendel/Vandrey

Dort wird es für Oeltze nämlich ernst im Ticketkampf für die Weltmeisterschaft in Szeged (Ungarn/21. bis 25. August). Nicht nur im Einzel über 200, 500 und 1000 Meter. Auch im C2 mit Kretschmer. Die zweifachen Weltmeister müssen sich am Sonntag mit Sebastian Brendel und Jan Vandrey aus Potsdam und einem dritten Boot messen. Die beiden Sieger fahren dann zum ersten Weltcup wieder nach Duisburg (31. Mai bis 2. Juni). Und wer sich im internen Wettstreit dort durchsetzt, kämpft bei der WM um eine Medaille und um den Startplatz für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Das sind die Regeln.

Und die machen auch bei einer verletzten Schulter keine Ausnahme. Die rechte nämlich zwickte Oeltze bei der ersten Qualifikation gerade im Rennen über 1000 Meter heftig. Dort wurde er Achter. „Es ist die Außensehne, die die Kraft vom Paddel in den Rücken überträgt“, sagt Oeltze, der deswegen in Behandlung ist und auch die Belastung im Training entsprechend ausrichtet.

Alles umgestellt

In diesen Tagen tingelt er zudem regelmäßig zwischen Magdeburg und Leipzig, um sich mit seinem 27-jährigen Zweier-Partner auf Duisburg vorzubereiten. Oeltze erklärt vor dem ersten Finale: „Peter hat sich in einer starken Form präsentiert, und ich weiß auch, dass ich sehr gut drauf bin. Deshalb bin ich guter Dinge, dass wir wieder ein starkes Rennen abliefern werden.“ Zur Erinnerung: Das Duo ist seit zwei Jahren ungeschlagen.

Der Magdeburger hat vieles umgestellt. Das Athletiktraining, das Krafttraining, das Wassertraining. Je besser die Athletik, desto besser auch die kanuspezifische Form, lautet sein Motto. Er bringt seinen gesamten Körper in die Übungen ein, um eine komplette Stabilität zu gewinnen und letztlich noch bessere Grundlagen für die Saison zu haben. Und er fühlt sich „sehr fit“, sagt Oeltze.

Von seinem Fitnesszustand kann man sich ebenfalls auf seiner Facebook-Seite überzeugen, denn zu finden sind dort auch Oben-ohne-Fotos des Kraftpakets. Nach der zweiten Qualifikation allerdings wird wieder ein Bild des aktiven Canadier-Fahrers Oeltze in den sozialen Medien zu finden sein. Und entsprechend seiner festen Überzeugung wird er auf diesem erneut lächeln.