Braunschweig l Lea Riecke ist im ersten Versuch früh gelandet. Bei einem Gegenwind von 1,6 Metern pro Sekunden fiel sie bereits nach 3,24 Metern ins Sandbett. Ihren Vater und Trainer Hans-Ulrich konnte das natürlich nicht schocken. Zumal Riecke vom Mitteldeutschen SC selbst im letzten Versuch immer für einen weiten Satz gut ist. Diesmal gelang ihr der weiteste im dritten Durchgang – 6,30 Meter bedeuteten den vierten Platz bei den deutschen Meisterschaften in Braunschweig.

„Ich glaube, so enttäuscht war ich schon eine Weile nicht mehr“, sagte die 20-Jährige nach dem Wettkampf: „Und nicht unbedingt, weil ich eine Medaille knapp verpasst habe, sondern weil ich weiß, dass ich mehr kann.“

Stabilität fehlt noch

Die Damen lieferten sich im Kampf um Bronze eine Zitterpartie. Gold ging erwartungsgemäß an Malaika Mihambo, die mit 6,71 Metern zum Sieg sprang. Silber ging an Maryse Luzalo mit 6,40 Metern. Aber erst in der letzten Runde wurde Riecke noch von Merle Homeier vom Bronzeplatz verdrängt: mit 6,34 Metern.

Trainer Riecke war aber nicht traurig über Blech. „In der Gesamtkonstellation von Anlauf und Absprung ist Lea noch zu unsicher“, sagte er. „Und sie braucht viele Wettkämpfe, um diese Sicherheit zu bekommen.“

So sieht es auch seine Tochter: „Leider sitzt der Anlauf noch nicht so, wie er sollte“, erklärte sie. „Deshalb bin ich entweder zu weit weg vom Balken oder ich übertrete. Die 6,30 Meter bin ich ohne Balken gesprungen“, analysierte sie. Und zeigte damit auf, wie viel sie tatsächlich verschenkt hat. „Ein paar Wettkämpfe kommen ja in dieser Saison noch, bei denen es hoffentlich mit dem Anlauf und mit einer Bestleistung klappt.“